Theoretische Überlegungen und praktische Erfahrungen zu SE

Was hilft, was nicht? Tipps und Erfahrungen

Theoretische Überlegungen und praktische Erfahrungen zu SE

Beitragvon Elmo » 03.07.2009, 17:07

Hallo,

der nachfolgende Text beschreibt meine persönlichen Erfahrungen mit zwei konventionellen und einer etwas ungewöhnlichen Therapie zur Behandlung von SE. Anschließend gibt es theoretische Überlegungen meinerseits bezüglich Haut, Immunsystem und Darmflora in Hinblick auf die Entstehung von SE.


Allgemeine Angaben:

Auftreten von SE: Brust (Schweißrinne), rechter/linker Nasenflügel, hinter den Ohrmuscheln, Kopfhaut

Beginn: seit Ende der Pubertät, anfangs nur Kopfhaut (Schuppen)

Grad der Ausprägung: 4-6 (1=kaum; 10=sehr stark)

positiver Einfluss: Sonne, Meerwasser, Luft, gesunde Ernährung, mit einem in lauwarmen Wasser getränktes Haushaltstuch betreffende Stellen abwischen

negativer Einfluss: Winter, trockene Luft, Alkohol, Süssigkeiten, Stress

Angwandte Therapien:

Elidel (konventionell): Durch Immunsupression verschwinden die Symptome; sobald die Behandlung aufhört, ist die Rötung/Schuppung wieder da; unter Umständen leicht verschlimmert. Nicht empfehlenswert!

Terzolin (konventionell): Schlägt gut an, die zuvor sehr trockene Haut wird während der Anwendung wieder normal bis leicht fettig. Schuppen auf der Kopfhaut und hinter den Ohren verschwinden komplett. Schweißrinne regeneriert sich komplett. Allerdings tritt das SE nach Beendigung der Anwendung nach ca. 2-3 Wochen langsam wieder auf. Therapie wirkt, aber keine endgültige Heilung.

Shankhaprakshalana (eher unkonventionell in der westlichen Welt): Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich hierbei um eine komplette Darmreinigung mit Salzwasser und anschließender leicht verdaulicher Diät (14 Tage). Einen Überblick gibt http://www.yogamag.net/archives/1982/isep82/conch.shtml. Für weitere Informationen hilft Google.
Ergebnis: Nach 2-3 Tagen bildet sich das SE an allen Stellen zurück, die zuvor sehr trockene Haut im Gesicht normalisiert sich und als Bonus gibt es eine spirituelle Erfahrung.
Anmerkungen zu shankhaprakshalana: Die Durchführung dieser Darmreinigung erfordert eine gewisse mentale Disziplin und ein wenig Vorbereitung. Nicht umsonst wird eine Durchführung unter fachkundiger Anleitung empfohlen. Ich muss gestehen, dass ich es alleine durchgeführt habe, was sicherlich auch geht, aber dann sollte man schon für die Dauer der Prozedur und den darauffolgenden Tag dafür sorgen, dass man ungestört ist. Meiner Erfahrung nach sollte man vorher ein Mal die kurze Form ( laghoo shankhaprakshalana) praktiziert haben, um einen Eindruck zu gewinnen, was einen erwartet.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich eigentlich nie ein Flower-Power-Hippie-Naturheil-Öko-Freak war, was man wohl unschwer an meinem Therapieversuch mit Elidel erkennen kann. Die Überlegung war, dass es bei überschaubarem Risiko einen Versuch wert sei, der ja auch so gut wie gar nichts kostet.


Theoretische Überlegungen:

Physiologisch betrachtet setzt jede der drei angewandten Therapien an unterschiedlichen Hebeln an:

Elidel modifiziert das Immunsystem, Terzolin greift den Pilz auf der Hautoberfläche an und die Darmreinigung setzt am gesamten Verdauungstrakt an. Jedes für sich mit Erfolg, wenn manchmal auch nur kurzfristig.

Angeblich haben nahezu 100% der Menschen den Pilz Malassezia furfur (http://de.wikipedia.org/wiki/Malassezia_furfur), der mitverantwortlich gemacht wird für die Entstehung von SE. Da bei mir das Terzolin (sehr gute Resultate bei der Symptombekämpfung) und das "mechanische", mehrmals tägliche Reinigen der Haut mit einem feuchten Haushaltstuch (leichte Besserung der Symptome) wirkten, schließe ich daraus, dass der Verursacher der Immunreaktion besagter oder ein anderer Pilz auf der Hautoberfläche ist. Denn die Schuppungen und Rötungen auf der Haut sind ja nichts anderes als eine Reaktion des Immunsystems auf den Pilz oder auf Stoffwechselprodukte des Pilzes.
Ob die Reaktion wegen eines übermäßigen Vorhandenseins des Pilzes entsteht, oder weil das Immunsystem einfach nur hypersensibilisiert ist, kann ich leider nicht beantworten.
Auf jeden Fall bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass die Darmreinigung dazuführt, dass sich im Verdauungstrakt wieder eine gesunde Darmflora entwickeln kann, welches ein natürliches Gleichgewicht zwischen Bakterien und Pilzen im Darm entstehen lässt. Durch die gesunde Darmflora ist folglich das Immunsystem nicht mehr hypersensibilisiert auf die Pilze/Stoffwechselprodukte der Pilze, welche evtl. übermäßig im Darm vorhanden sind, und zeigt somit auch keine entzündliche Reakion auf die eigentlich harmlosen Pilze/Stoffwechselprodukte auf der Hautoberfläche.

Fazit:
Der Hauptansatzpunkt bei der Therapierung von SE ist meiner Auffassung nach die gesamte Darmflora einschließlich einer gesunden Ernährung.


Über konstruktive Äußerungen von Euch bzgl. meinen Überlegungen würde ich mich freuen. Für Fragen stehe ich natürlich auch bereit. :)





Disclaimer: Alle gemachten Beobachtungen beruhen nur auf meinen persönlichen Erfahrungen und ersetzen natürlich keine klinischen Studien. Ferner sollten alle Therapien nur durch fachkundige Personen durchgeführt werden.
Elmo
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