Genaue Diagnose - wie?

Allgemeine Diskussion zum Seborrhoischen Ekzem

Genaue Diagnose - wie?

Beitragvon Gabbyjay » 08.07.2014, 17:09

Hallo,

bei mir besteht deutlicher Verdacht auf SE an der Kopfhaut.
Symptome: Juckreiz, Schuppen und diffuser Haarausfall am ganzen Kopf.

Ich war schon bei verschiedenen Hautärzten, aber keiner wollte eine genaue Analyse durchführen, wurde mehr oder weniger immer mit Blickdiagnose weitergewunken.

Ich weiss nun, dass die Symptome neben einem SE auch andere Ursachen haben können, und möchte es daher zweifelsfrei abklären lassen.


Ist eine Kopfhautschuppenanalyse im Labor dafür geeinget, wo die Hautprobe auf Pilzkulturen etc. überprüft wird?
Wo kann ich sowas machen lassen?

Oder gibt es noch zweifelsfreiere Methoden?


Liebe Grüße!
Gabbyjay
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Re: Genaue Diagnose - wie?

Beitragvon Fox » 24.07.2014, 16:23

st eine Kopfhautschuppenanalyse im Labor dafür geeinget, wo die Hautprobe auf Pilzkulturen etc. überprüft wird?


Ich hatte gerade heute ein Gespräch mit einem Hygienespezialisten eines medizinischen Labors. Auf meine Frage, ob es sinnvoll sei, eine Hautflora-Untersuchung (Bestimmung von Pilzen, Bakterien usw. auf der Haut) bei SebEx durchzuführen, gab er mir wohlwollend zu verstehen, dass dies nicht unbedingt zielführend sei. Eine solche Untersuchung würde bei vorliegendem Verdacht keine nützlichen Erkenntnisse bringen. Um es durch ein Beispiel kurz zusammenzufassen: Das wäre, als würde man am Sandstrand nach Sand suchen - man findet immer welchen.

Wichtiger - so der Spezialist - seien ganzheitliche Ansätze: Psyche, Hauttypbestimmung, Hautpflege, Ernährung (wobei hier nicht Auschlussdiät, vegan, vegetarisch, paleo, usw. gemeint ist, sondern eine maßgeschneiderte Ernährungsempfehlung), Umweltfaktoren, persönliche Hygiene usw. Natürlich könnte in einem solchen Rahmen auch die Hautflora allgemein analysiert werden - aber weniger, um den mutmaßlich verantwortlichen Pilz zu finden, sondern eher, um eine systematische Pflege zusammenstellen zu können.

Ich war schon bei verschiedenen Hautärzten, aber keiner wollte eine genaue Analyse durchführen, wurde mehr oder weniger immer mit Blickdiagnose weitergewunken.


Ich kenne das Problem. Viele Dermatologen sind mit SebEx einfach überfordert, wenig erfahren. Ein befreundeter med. Professor meinte, es sei tragisch, aber nicht zu vermeiden, dass man lange suchen müsse, bis man einen Spezialisten finde. Er empfahl, sich an Dermatoligien in Polikliniken zu wenden. Und selbst dort, könne man manchmal sehr lange suchen.
Eine Anektode: Ich habe gerade heute in einer Poliklinik 2,5 Stunden (als Privatpatient) gewartet, um dann nach 3 Minuten (tatsächlich waren es weniger als drei Minuten, wenn man die Begrüßung und Verabschiedung abzieht) wieder nach Hause geschickt zu werden mit den Worten: "Da kann man nichts machen." Auch hier: Keine Hauttypbestimmung, Differentialdiagnose oder ähnliches, lediglich Symptomschilderung meinerseits - dann griff er schon zum Rezeptblatt...
Was kann man da machen: Weitersuchen! :twisted:

Ansonsten könnte eine Klinik für Diagnostik noch eine Möglichkeit sein - damit habe ich aber keinerlei Erfahrung.
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Re: Genaue Diagnose - wie?

Beitragvon Gabbyjay » 04.08.2014, 16:37

Also ich bin auf diese Hautprobenanalyse durch diesen Artikel hier aufmerksam geworden:

[Admin: Apothekenumschau Werbelink entfernt]

Darin heisst es:
"Da das seborrhoische Ekzem bestimmte Körperstellen betrifft und charakteristisch aussieht, fällt dem Hautarzt die Diagnosestellung meist nicht schwer. Möchte er andere Hautkrankheiten – zum Beispiel eine Schuppenflechte – ausschließen, entnimmt der Arzt in örtlicher Betäubung eine Hautprobe. Diese wird dann unter dem Mikroskop feingeweblich untersucht."

Da bei mir seit Jahren nichts wirklich gegen meine Symptome hilft - und vor allem: bevor ich jetzt jahrelang nutzlose Behandlungen durchführe, die sich vielleicht gegen das völlig falsche Problem richten - wüsste ich eben gerne mit absoluter Sicherheit, dass es sich um ein SE handelt (und auch, ob es sich NUR darum handelt - schließlich können ja mehrere Krankheiten auch parallel auftreten, das kann aber keine Blickdiagnose klären!).

Ich würde also gerne das tun, wie im Artikel beschrieben: Andere Hautkrankheiten ausschliessen und eine Hautprobe untersuchen lassen.

Nur will das kein Mensch machen scheinbar.
War vor ein paar Tagen sogar hier im Uni-Klinikum, da sagte man mir, dass das nichts bringen würde...
Zuletzt geändert von Jonas am 19.08.2014, 15:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Genaue Diagnose - wie?

Beitragvon Fox » 10.08.2014, 14:51

Nur will das kein Mensch machen scheinbar.
War vor ein paar Tagen sogar hier im Uni-Klinikum, da sagte man mir, dass das nichts bringen würde...

Ja, das Problem kenne ich. Ärzte müssen scheinbar derartige Untersuchungen rechtfertigen können (vor allem wenn man nicht privat zahlt), denn diese kosten die Krankenkassen Geld. Und wenn es keinen medizinischen Grund gibt, eine solche Untersuchung anzuordnen, wird es auch nicht gemacht.
Was ginge, wäre die Untersuchung selbst zu zahlen und selbst an ein Labor zu schicken... Ich habe aber keine Ahnung, wie man das genau angeht.
Ansonsten hilft es vielleicht noch, dem Dermatologen die psychologischen Gründe dafür zu nennen, warum ein solcher Ausschlusstest notwendig ist (eben nicht aus medizinischen Gründen, sondern aus psychologischen).
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Re: Genaue Diagnose - wie?

Beitragvon Fox » 20.12.2014, 16:53

Mein neuer Hautarzt hat eine Kopfschuppenanalyse bei mir durchgeführt.

Er fand einen Fadenpilz: "Trychophyton Mentragrophytes"

Kurz gesagt: Er verschrieb mir schließlich ein Anti-Pilz-Shampoo und eine Anti-Pilz-Creme.

Seitdem ich diese anwende, ist mein Haut 100% in Ordnung. Allerdings werde ich die beiden Mittel noch eine ganze Weile anwenden, da Hautpilze sehr schwer auszumerzen sind und - wenn sie nicht sorgfältig behandelt wurden - immer wiederkommen können.

Deswegen rate ich (auch wenn ich im vorigen Post dem eher skeptisch gegenüberstand) nun - nach dieser Erfahrung - DRINGEND dazu, einen Arzt zu finden, der eine Schuppenanalyse durchführt, denn - wie du richtig schreibst - können die SE-typischen Symptome auch auf anderes hindeuten, als nur auf SE. Siehe: Fadenpilz!
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