Nachhaltige Behandlung

Was hilft, was nicht? Tipps und Erfahrungen

Nachhaltige Behandlung

Beitragvon Peter » 02.12.2010, 14:57

Ich bin in letzter Zeit in diesem Forum etwas aktiv geworden. Der Grund, ich bin es nach über dreißig Jahren herumgedoktor leid. Was ich alles schon probiert habe und mit welchem Ergebnis habe ich zusammen gefasst unter „Betroffene stellen sich vor“ in dem Beitrag „Zig Jahre Erfahrung und…“ Ich will jetzt einen Punkt erreichen, der die Sache nachhaltiger angeht. Dazu hoffe ich hier auf spearing partner, die mitmachen und meine Gedanken ergänzen und diskutieren wollen. Zunächst möchte ich ein paar Modellgedanken für unser Problem darlegen:

Wir haben ein Problem, dass sich örtlich auf unserer Haut zeigt. Es scheint, dass wir ein örtliches begrenztes Problem haben und deshalb behandeln wir diese Bereiche mit den verschiedensten Mitteln. Wir erreichen häufig einen Zustand, der die Sache erträglich macht und die Belastung gerät in den Hintergrund. In der Regel ist das aber keine Heilung und man kann es nicht wirklich als nachhaltigen Erfolg bezeichnen. Die Sache kommt wieder und wir fangen von vorne an. Allerdings wird es häufig immer schlimmer und es werden neue Hautpartien örtlich begrenzt befallen.

Machen wir uns klar, unser Problem wird durch einen Hefepilz verursacht (was vor etlichen Jahren noch kein Arzt glauben wollte), wovon es eine Vielzahl an Typen gibt. Grundsätzlich nutzen wir die positiven Eigenschaften von Hefepilzen in den verschiedensten Bereichen. Sei es bei dem Kuchen backen oder bei dem Brauen von Bier oder der Weinherstellung oder bei der Produktion von Medizin etc. etc.. Informationen über unseren Plagegeist findet man unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Malassezia_furfur

Derartige Pilze sind immer und überall vorhanden. Normal leben diese Pilzparasiten in einer Symbiose mit der Haut und es besteht ein Gleichgewicht. Bei uns aber verursachen sie ein Problem. Örtlich kann unsere Haut mit diesen Parasiten nicht umgehen und der Pilz gewinnt Oberhand mit all den unangenehmen Folgen. Derartige Pilze sind Schwächeparasiten. Das bedeutet, dass wir den Pilzen mit unserem Organ Haut nicht das Richtige entgegensetzen können. Insbesondere in den Bereichen, wo der Pilz beste Bedingungen findet, wie in den Haarbereichen oder dort wo sich Talgdrüsen befinden, kann er sich wunderbar entwickeln und dort treten naturgemäß die ersten sichtbaren Probleme auf. Die Natur hat es so eingerichtet, dass der Stärkere überlebt und sich vermehren darf. In unserem Fall der Hefepilz.

Ein Glück, dass derartige Pilze sich im Wesentlichen an der Oberfläche aufhalten und wir dadurch mit Cremes etc. uns oft helfen können. Pilze sind immer sehr gute Überlebenskünstler. Man muss nicht meinen, dass der Pilz nur an der Stelle der Haut wäre, wo wir ein Problem haben. Nein, er hat sich über den Körper breitflächig verteilt nur hat er nicht überall die Überhand gewonnen. Bei dem Wachstum von Pilzen kann man zusehen. Es geht rasant schnell bei den richtigen Bedingungen von Wärme, Feuchtigkeit etc.. Es mag uns nach einigen Behandlungen gelungen sein, den Pilz örtlich zu bekämpfen, aber es dauert wahrlich nicht lange, dass diese Stellen neu besiedelt werden aus den Nachbarbereichen. Eine reine Frage was wir dem Pilz jetzt neu entgegensetzen können. Sicher hilft das weitere eincremen etc. um die Sache hinaus zu zögern, aber der Pilz gewinnt auf lange Sicht wieder.

Was können wir nach diesem Modellgedanken sinnvolles tun?
1. Wir sollten eine Behandlung gegen Pilze unternehmen. Dazu zählt nicht Cortison, Fettsalben und vieles mehr.
2. Ich denke, die Ursache für die wenig nachhaltigen Behandlungen bisher liegen darin, dass wir meist nur örtlich behandeln. Die Ganzkörperbehandlungen zielen meist nur auf die Symptome ab und nicht auf die eigentliche Ursache. Demnach wäre es ein erster Schritt nicht nur die betroffenen Bereiche zu behandeln, sondern den Pilz möglichst großflächig am ganzen Körper zurück zu drängen.
3. Ein weiterer Schritt wäre, dass wir nicht darauf setzen, dass bei den ersten Erfolgen der Pilz tatsächlich am Körper komplett verschwunden wäre. Man sollte also die großflächige Behandlung fortsetzen. Das kann man kaum mit einer 15g Tube Crème erreichen. Wir brauchen also Methoden, die sich großflächig anwenden lassen, keine schlimmen Nebenwirkungen haben und dabei bezahlbar sind. Derzeit fallen mir folgende Mittel ein, die diese Bedingungen erfüllen und ich bitte um zusätzliche Vorschläge:
a. Apfelessig, aber Nebenwirkung, man hinterlässt immer einen sauren Eindruck.
b. Shampoo mit einem Azol (z.B. Eucerin Antischuppenshampoo) als Duschgel verwenden. Eine nicht ganz preiswerte Lösung und etwas aggressiv zur Haut. Ich empfehle eine Vermischung bei der Anwendung mit einer Körperlotion, um die aggressive Wirkung zu reduzieren.
c. Der Wirkstoff Piroton-Olamin wirkt gegen Pilze und ist gem. den Informationen ein milder Wirkstoff, der die Haut nicht so sehr angreifen soll. Informationen dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Pirocton-Olamin Dieser Wirkstoff ist im Internet leicht und preiswert erhältlich. Man kann ihn also kaufen und seinem Duschgel oder Shampoo oder seiner Crème aufgelöst bemischen und erhält so ein preiswertes und großflächig anwendbares Mittel. (Habe ich aber bisher nicht erprobt!) Weiterhin ist Urea (Harnstoff) als Beimischung in Betracht zu ziehen. Auch ein Stoff, der leicht als Rohmaterial über Ebay zu beziehen ist und hilft, dass die Wirkstoffe tiefer eindringen können und zudem noch die Feuchtigkeitsanreicherung der Haut unterstützt.
d. Natürlich kann man zusätzlich örtlich antimykotische Crème aufbringen. Aber immer daran denken, der Pilz ist überall und wird sich schnell wieder aus anderen Bereichen heraus vermehren.
4. Wir müssen unsere Haut befähigen den Pilz allein in Schach zu halten. Ohne das werden wir niemals eine nachhaltige Heilung erreichen können. Aber wie? Ich möchte hier nur Ideen darstellen und hoffe auf kreative Beiträge:
a. Grundsätzlich müssen wir erkennen, dass wir unsere Haut unterstützen müssen. Also, wir müssen sanft zu ihr sein. Sie muss die Stärkere werden im Spiel mit den Pilzen. Die Pilze werden immer wieder vorhanden sein. Das werden wir nicht abstellen können.
b. Durch den Pilz, aber auch durch unsere Behandlungen wird die Haut in der Oberfläche ausgetrocknet und aufgeraut, was das weitere Pilzwachstum und auch das Wachstum anderer Keime begünstigt. Dagegen hilft eine Feuchtigkeit spendende Lotion mit Lipiden und Urea. Bewährt haben sich Lotionen gegen Cellolite und After Sun Lotionen.
c. Unser Immunsystem muss gestärkt werden. Natürlich speziell im Bereich der Haut. Da fallen mir Wechselduschen ein, Spaziergänge an frischer Luft, Sauna, gute vitaminreiche Ernährung mit viel Rohkost etc..
d. Der natürliche Schutz der Haut muss rekultiviert werden. Der dürfte durch unsere Behandlungen gestört sein. Jeder kennt den Säureschutzmantel der Haut (s. auch: http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4ureschutzmantel). Ich könnte mir vorstellen, dass eine Apfelessiglösung hier hilft. Die Körperlotion sollte Lipide bzw. auch Harnstoffe (Urea) enthalten. Siehe dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Urea
e. Und noch ein Gedanke. Ich kenne es von der Weinbereitung. Man macht Hefepilzimpfungen mit guten Hefen, um damit die Vermehrung der schlechten Hefen, die z.B. den giftigen Methylalkohol produzieren würden, auszuschließen. Man könnte also daran denken, den unangenehmen Hefepilz, der unserer Haut zu schaffen macht, mit einem gutartigen Pilz zu bekämpfen. Nachdem man zunächst den schlechten Hefepilz zurück gedrängt hat, könnte man die Haut mit neuen gutartigen Pilzen besiedeln. Da fällt mir ein, Kefir oder ein Bierhefebrei etc.. Beides ist leicht und preiswert kiloweise zu beschaffen. Das macht natürlich erst Sinn, wenn man nicht gleichzeitig noch Mittel gegen Pilze anwendet und die Behandlung mit den antimykotischen Mitteln zu einem zufriedenstellenden Zustand geführt hat. Wahrscheinlich hat bisher kaum jemand von uns probiert, wie es sich auswirkt, wenn man sich komplett mit Kefirmilch oder einem Bierhefebrei einreibt. Wäre aber ein Versuch wert. Mich wundert, dass ich keine Medizin kenne, die bewusst die Besiedlung mit positiven Pilzen (gezüchtete Kampfhefen für die Haut) zum Ziel hat. Für Hinweise wäre ich dankbar.

Man sollte es einmal probieren eine derartige zweistufige Behandlung durchzuführen. Nachdem man möglichst am ganzen Körper den schädlichen Pilz bekämpft hat, eine direkt anschließende Rekultivierung mit gutartigen Pilzen und eine bewusste Unterstützung des Immunsystems und des Schutzmantels der Haut aktiv als Ganzkörperbehandlung fördern, also nicht nur regional behandeln.
Peter
Einsteiger
Einsteiger
 
Beiträge: 9
Registriert: 22.11.2010, 20:39

Re: Nachhaltige Behandlung

Beitragvon everpain » 03.12.2010, 14:34

Hallo!
Peter hat geschrieben:1. Wir sollten eine Behandlung gegen Pilze unternehmen. Dazu zählt nicht Cortison, Fettsalben und vieles mehr.


Grundsätzlich finde ich die Herangehensweise gut( Kostrison is nicht das Heilmittel), allerdings liegt das Hautproblem nicht am Pilz, denn wie schon gesagt: Der Pilz ist überall auf dem Körper und auf gesunder Haut, ist der Pilz kein Problem.

Peter hat geschrieben:2. Ich denke, die Ursache für die wenig nachhaltigen Behandlungen bisher liegen darin, dass wir meist nur örtlich behandeln. Die Ganzkörperbehandlungen zielen meist nur auf die Symptome ab und nicht auf die eigentliche Ursache. Demnach wäre es ein erster Schritt nicht nur die betroffenen Bereiche zu behandeln, sondern den Pilz möglichst großflächig am ganzen Körper zurück zu drängen.


Klar man muss das Problem systematisch angehen, aber das schafft man nicht wenn man nur was gegen den Pilz macht.

Peter hat geschrieben:4. Wir müssen unsere Haut befähigen den Pilz allein in Schach zu halten. Ohne das werden wir niemals eine nachhaltige Heilung erreichen können. Aber wie? Ich möchte hier nur Ideen darstellen und hoffe auf kreative Beiträge:
a. Grundsätzlich müssen wir erkennen, dass wir unsere Haut unterstützen müssen. Also, wir müssen sanft zu ihr sein. Sie muss die Stärkere werden im Spiel mit den Pilzen. Die Pilze werden immer wieder vorhanden sein. Das werden wir nicht abstellen können.
.

Genau.

Das Problem, das wir alle haben ist doch die übermäßige Talgproduktion. Dieser Talg bietet doch dem Pilz
den Lebensraum, in dem er sich wohlfühlt. Somit sollte man systematisch dagegen vorgehen und sich klarmachen warum der Körper diesen übermäßigen Talg produziert.
Jeder hier im forum kann bestätigen, dass die Haut auf Ernährung, psychischen Stress und klimatische Bedingungen reagiert.

Jeder Mensch hat mal Pickel und auch Talg, das is nix besonderes; das hat jeder. Nur, dass jetzt keine Pickel mehr entstehen, sondern eher sich eine Fläche gebildet hat, in der immer wieder Talg abgesondert wird.
Es erscheint mir als evident., dass meine Hautproblematik ausschließlich von Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten herrührt oder zumindest den Ansstoss gegeben hat. Wenn ich beispielsweise Fructose zu mir nehme, ist meine Haut schlechter.

Da man auf allgemeinmedizinischer Basis nicht weiterkommt, muss man halt die alternative Medizin zu Rate ziehn, wie schon so viele in diesem Forum vorgeschlagen haben. Denn nur wenn man ganzheitlich den Körper betrachtet, wird man die Symptome lindern und dann halt auch auf Dauer. Aber von heut auf morgen geht das halt auch nicht.
Benutzeravatar
everpain
Profi
Profi
 
Beiträge: 106
Registriert: 15.08.2009, 21:09

Re: Nachhaltige Behandlung

Beitragvon dot » 08.02.2011, 02:38

Hallo alle,

Nun, erstens, freu ich mich, dass hier mal jemand nen langhaltigen Ansatz versucht.
Werd hier noch nicht soviel sagen, würde nur gerne darauf hinweisen, welche Punkte mir als diejenigen erscheinen, die man hier vl. intensiver diskutieren sollte und die sonst noch nicht viel vorgekommen sind (deshalb lass ich jetzt mal Ernährung, Alternativmedizin, etc. aus)
Dies sind die folgenden:

1) Pilzbekämpfung durch einen anderen Pilz. Wäre interessant, ob es dazu schon Versuche gibt.

2) Man bekommt keine Pickel mehr. Zumindest habe ich das beobachtet. Natürlich auch wegen der ISO-Therapie bei mir, aber ich denke auch sonst seit dem Ekzem kaum mehr welche gehabt zu haben in der mittleren Umgebung der betroffenen Stellen.

Und zum Schluss noch ein kleiner Denkanstoß für weitere Beiträge:

Man sollte sich vl. auf das Finden der Antwort auf die Frage, wieso der Pilz überhaupt zum Problem wird bzw. ein Problem bleibt, konzentrieren. Also, was macht es dem Pilz möglich, die "Übermacht" zu gewinnen und zu behalten?
Zwei Möglichkeiten der Krankheitsentstehung will ich hier mal ansprechen:

Möglichkeit A)
Ursprünglicherweise ist das ja vl. eine Immunschwäche oder Antibiotika (also Fehlen von körpereigenen Bakterien oder so in der Art), aber was ist der danach noch bleibende Faktor, der es dem Pilz ermöglicht, weiter die "Übermacht" zu behalten. Denn obwohl man den Pilz mit anti-Pilz-Mitteln schwächt und zurückdrängt (vl zwischenzeitlich auf ein annähernd normales Niveau), kommt er nicht/bleibt er nicht auf das/dem schwachen Niveau, das auf normaler Haut besteht. Also die Frage ist vielleicht: Was wird durch die Immunschwäche/Antibiotika ausgelöst und bleibt bestehen und wieso? Und wie hilft es dem Pilz die Übermacht zu behalten?
Der Körper ist in diesem Fall schwächer geworden und der Pilz nützt dies natürlich aus. Wenn man den Körper wieder zur ursprünglichen Verfassung bringt, kann er auch den Pilz wieder normal bekämpfen und auf sein übliches Niveau bringen.
Man muss also hier das langfristige Problem, die langfristige Schwächung/Krankheit des Körpers besiegen.

Möglichkeit B) Der Pilz erreicht durch die ursprünglichen einmaligen Auslöser (Immunschwäche, etc.) ein höheres Niveau und dann wird dieses gehalten bzw. verändert sich langsam zugunsten des Pilzes. In diesem Fall ist also das Gleichgewicht verschoben und zusätzlich kein richtiges Gleichgewicht, sondern leicht zugunsten des Pilzes unausgewogen.
Als Metapher^^: 2 gleich starke Gegner stehen sich gegenüber und versuchen sich gegenseitig wegzudrücken, einer der beiden ist kurzfristige unkonzentriert und der andere schafft es ihn ein Stück wegzuschieben, dann fängt sich der erste wieder und die beiden stehen wieder annähernd still, allerdings auf einer anderen, für den ersten übleren Postition.
Also was weiß ich, zuerst: Gleichgewicht: der Pilz breitet sich um gewisse Größe aus, die Haut drängt ihn genau wieder zurück.
Dann: Haut ist eine Zeit lang zu schwach, Pilz breitet sich ungehinderter aus, dann fängt sich Haut wieder und hält Niveau in einem verschobenen Gleichgewicht bzw. mit leichten Vorteilen für den Pilz.
Hier müsste man also den Pilz zurückdrängen und die Haut müsste eine Weile die Oberhand haben bis zum gewünschten, normalen Gleichgewicht.

Hoffe, der Unterschied zwischen den zwei Möglichkeiten is irgendwie sichtbar. Gibt wohl noch weitere, aber ich denke, jemand vom Fach würde relativ schnell einige Möglichkeiten ausschließen können.

Ich denke aber, dass man hier wohl nur begrenzt etwas in Eigenregie erreichen können wird! Man bräuchte medizinisches Wissen und Wissen über Medizin-bezogene Forschungsherangehensweisen. Es müssten sich medizinische Studien mit SE beschäftigen, dann sollte es doch irgendwie möglich sein, in diesem Gebiet weiter zu kommen!

Lg dot
dot
Mitglied
Mitglied
 
Beiträge: 41
Registriert: 12.08.2009, 22:44


Zurück zu Medikamente, Mittel & Methoden

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 4 Gäste