Milchallergie und der heimtückische Zeitversatz

Was hilft, was nicht? Tipps und Erfahrungen

Milchallergie und der heimtückische Zeitversatz

Beitragvon Mago » 07.07.2016, 20:04

Hallo zusammen,

ich möchte gleich zum Punkt kommen und erzähle meine Leidensgeschichte bei Bedarf gerne ausführlich. Hier meine Schlussfolgerung für die "Verursacher" nach 10 Jahren Leiden und nachdem ich alle möglichen Cremes/Cortison/Apfelessig/Silberhaltige Pflegeprodukte und sonstige Produkte für insgesamt >1.000 EUR probiert habe:

75 % Ernährung (eigentlich nur Milch und evtl. künstl. Zucker)
15 % Falsche Hygieneprodukte
10 % Bedingungen im Umfeld (Stress, Wetter, Schlaf)

Ich habe sämtliche Milchprodukte (Molke, Milch, Rahm..., Sahne.., Joguhrt, Eiscreme, Schokolade...etc) von meinem Speiseplan gestrichen und seitdem sind meine Beschwerden zu 90 % weg. Keine 100 % da vielleicht doch in der Kantine in der einen Soße/Salat/Beilage irgendetwas Milchhaltiges enthalten war oder mit Milch/Butter zubereitet wurde.

Eine weitere Feststellung die ich vor allem in den letzten 12 Monaten machte...der heimtückische Zeitversatz.
Bei mir trat SE nie unmittelbar nach dem Verzehr von milchhaltigen Lebensmitteln auf...sondern erst ca. 30 Stunden später die ersten Anzeichen...diese verstärkten sich über die darauffolgenden Stunden/Tage und erst nach 4-5 Tagen heilte alles wieder ab - sofern ich zwischenzeitlich nicht wieder Milchprodukte verzehrt hatte.

Ich kann jedem nur emfpehlen ein Ernährungstagebuch zu versuchen und sich bewusst zu machen, dass die Symptome erst 24-48 Stunden später auftreten und ich dadurch erst Jahre brauchte um den Bezug zu Käse/Milch/Schokolade herstellen zu können.

Laktoseintoleranz wurde mir diagnostiziert...aber die Umstellung auf Laktosefreie Produkte brachte nur teilweise eine Verbesserung (keine Blähungen/Verstopfungen mehr). Wirklich geholfen hat mir nur, dass ich mir selbst "eingeredet" habe eine Milcheiweißallergie zu haben und dadurch diszipliniert genug auf ALLE Milchprodukte zu verzichten und bei jedem Produkt auf die Zutatenliste schaue (Molke, Milch, Laktose, tierisches Protein, Kasein..etc).

In den letzten 2-3 Jahren habe ich auch meine Pflegeprodukte umgestellt. Keine fetthaltigen Cremes (nach Triglyceride auf der Verpackung schauen) und nur noch Feuchtigkeits-GELS statt -Cremes verwende und Produkte verwende für "fettige Haut"...auch wenn ich durch das SE immer dachte eine trockene/schuppige Haut zu haben.

Zurück zur Ernährung:
Ich war 2 Monate beschwerdefrei (wurde aktiv angeprochen wie gut meine Haut aussieht, sehe jünger aus..etc.) und letzten Sonntag im Vapiano aus Versehen eine Pasta mit Käsesoße und extra Parmesan bestellt. Dies nahm ich zum Anlass einen "Provokationstest" zu machen und mich selbst zu beobachten. Sonst wieder strikt auf alle anderen Produkte mit Milch verzichtet.

Hier kurz mein "Protokoll" - Ausgangssituation war eine perfekte Haut ohne SE:

03.07.2016 14:30 Uhr
- Pasta mit Käsesoße und Parmesan

04.07.2016 19:00 Uhr +29 Stunden
- leichtes Jucken Kopfhaut und Brust mit ersten roten Flecken

05.07.2016 08:00 Uhr + 40 Stunden
- starkes Jucken. Deutlicher Schub im kompletten Gesicht und auf der Brust

06.07.2016 08:00 Uhr +64 Stunden
- Verschlimmerung hat angehalten. Rote Flecken im Gesicht und Brust. Scheint über dem Berg zu sein und nicht weiter zu verschlimmern.

06.07.2016 19:00 Uhr +75 Stunden
- rote Flecken zum Großteil nicht mehr so deutlich. Vereinzelt noch da aber scheint zu verschwinden. Hautbild trocken und rau.

07.07.2016 08:00 Uhr +86 Stunden
- Flecken nicht mehr deutlich als einzelne Punkte/Flecken sichtbar. Eher als rötlicher Bereich. Hautbild weicher und scheint abzuheilen.

07.07.2016 19:00 Uhr +97 Stunden
- Nichts mehr im Gesicht oder auf der Brust sichtbar. Hautbild wieder normal geschmeidig und weich.

Bin 36 Jahre, männlich und sehr schlank. Kann essen was ich will und nehme nicht zu. Ernähre mich zwar sehr gesund, aber hatte nie den Bedarf "genau hinzuschauen". Jetzt informiere ich mich, ob im Knäckebrot doch Molke enthalten ist, dass Risotto mit Parmesan zubereitet wird und verzichte mit einem weinenden Auge auf meinen geliebten Käse, Milchschokolade, Schokocroissants, Eiscremes, RAHMspinat, Kräuterbutter auf dem Steak...Sahnesoße...Cheese auf dem Cheeseburger...etc..etc..etc.

Denkt daran, Symptome treten frühestens 24 Stunden nach dem Verzeht auf und es dauert 4-5 Tage bis alles wieder weg ist - SOFERN mach nicht mit weiterem Verzehr "nachfeuert".

Mir hat es geholfen und ich bin glücklich 90 % los zu haben und mehr Lebensqualität zu haben. Das sind bereits diese "Kleinen" Dinge wie in ein Schwimmbad gehen und sich nicht für den komplett roten Brustbereich zu schämen.

Letzte Anmerkung: SE...besonders bei den Schüben machte mich immer sehr sehr müde und unkonzentriert...egal wie lange ich geschlafen haben war ich todmüde morgens und kam nicht aus den Federn. Jetzt ist es wieder normales aufstehen :)

Achtet auf eure Ernährung und probiert es mal - dann kann man evtl. auf Medikamente verzichten :)

Vlg,
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Re: Milchallergie und der heimtückische Zeitversatz

Beitragvon Pretender » 15.07.2016, 23:40

Sehr intereressanter Bericht von dir. Waren es überwiegend echt Milchprodukte wo dein Ekzem ausgelöst haben?
Puhh so ganz ohne Milch stelle ich mir schwierig vor, oder auch Yogurt. Weil das sind ja auch wichtige Gesunde Produkte für unseren Körper.

Bin gerade am überlegen weil ich gerne Kaffee (trinke ungern schwarz) und Kakao trinke, ob man da als Milchersatz, auch Kokosmilch oder Soja oder so was nehmen könnte.
Weil ich würde das dann auch mal testen ob das hilft bei mir!

Lustigerweise kann ich mir aber nicht so ganz vorstellen, das ich auf einmal durch die Milch ein Ekzem entwickelt habe, da ich schon früher sehr viel Milchprodukte zu mir genommen habe und nie ein Ekzem hatte.

Danke für die Infos und freut mich das es bei dir besser ist. Das hätte ich auch gerne.
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Re: Milchallergie und der heimtückische Zeitversatz

Beitragvon Mago » 20.07.2016, 17:02

Hallo Pretender,

ob die Milch es ausgelöst hat, weiß ich nicht. Ich merke nur den direkten Zusammenhang beim Verzehr von Milchprodukten. Das hatte ich aber auch nicht immer. Als Jugendlicher hab ich immer viel Kakao, Eiscreme, Schokolade und Milch verzehrt.

Google aber auch einfach mal nach Symptome einer Milchallergie. Hier z.B. Kuchmilchallergie:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kuhmilchallergie#Symptome

Da sprechen sie auch von Ekzembildung.

Ich denke das kommt einfach bei manchen mit zunehmenden alter (ich bin erst 36! und es fing bei mir mit 26 an). In der Natur sind wir auch die einzigen Lebewesen die im Erwachsenenalter noch Milch zu sich nehmen. Soweit ich weiß ist es bewiesen, dass bei vielen Menschen die Milchverträglichkeit mit dem Erwachsenwerden abnimmt. Fast alle Asiaten (ca. 98%) haben eine Milchunverträglichkeit. Quelle: http://www.nahrungsmittel-intoleranz.com/laktoseintoleranz-informationen-symptome/ethnische-betrachtung-laktoseintoleranz.html

Seien wir mal ehrlich...die vorgeschlagene Ernährungsumstellung von mir ist auch alles andere als einfach. Milchprodukte stecken fast ÜBERALL drin. Ich war nach knapp einer Woche wieder symptomfrei und dann bei Freunden bei den Rosmarin-Chips einfach zugegriffen ohne nachzufragen. Bei Chips denkt man sich ja auch nix. Als ich dann 2 Tage später wieder plötzlich einen Schub hatte...hab ich mir im Supermarkt die Verpackung mal angesehen. "Süßmolkepulver und natürliches Aroma (enthält Milchprodukte)". Jetzt darf ich wieder knapp eine Woche warten bis ich die roten Flecken wieder los bekomme.

Und ich gebe Dir Recht. Milchprodukte sind ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Alleine das Calcium. Mach bloß nicht den Fehler wie ich (hab mich nicht um einen Ersatz bemüht) und nach ein paar Wochen hatte ich zwar kein Ekzem aber Knochenschmerzen.

Ich achte jetzt viel mehr auf die Ernährung. Joguhrt geht halt nicht...aber für Milch gibt es viel Ersatz:

- Kokosmilch mochte ich nicht - hinterlässt einen komischen Film auf der Zunge.
- Reismilch schmeckte mir nicht.
- Sojamilch schmeckte mir auch nicht.

Aber mit Mandelmilch konnte ich mich sehr gut anfreunden und bin inzwischen daran gewöhnt. Ist aber halt leider teurer als normale Milch. Aber mein Kalziumhaushalt passt wieder.

Ansonsten kann ich wirklich nur Empfehlen eine No-Milk-Kur zu machen für eine Woche.
Aber auch diszipliniert daran halten...weniger Milch bringt es nicht...No-Milk. Es hilft dabei wenn Du Dir selbst für diese Woche "einredest" eine 100% Milchallergie zu haben. Und dann diszipliniert auf alles verzichten was Milch/Molke enthält. D.h. auf JEDE Verpackung schauen und auch im Restaurant darauf bestehen, ein Salatdressing ohne Milchprodukte zu haben, kein Essen nehmen, dass mit Butter/Käse zubereitet wird...etc.

Ganz ehrlich..es ist verdammt schwer die Umstellung und vor allem IMMER darauf achten zu müssen. Aber erst dadurch und nach min. einer Woche durchalten verschinden die roten Flecken. Zumindest bei mir.

Probiere es einfach mal - kostet kein Geld sondern einfach nur Nerven, Disziplind und Durchaltevermögen.

Beste Grüße,
Mago
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Re: Milchallergie und der heimtückische Zeitversatz

Beitragvon Mago » 18.04.2017, 15:07

Hallo zusammen,

nach einem halben Jahr testen muss ich leider gestehen, dass meine Fährte falsch war.
Hab zwar eine Laktorseintoleranz aber diese hat wohl keine Auswirkungen auf das Ekzem.

Mir ist es wichtig, dies hier klarzustellen damit nicht Leser auf diesen Beitrag stoßen und diese Fährte weiterverfolgen.

Nichtsdestotrotz, bin ich weiterhin davon überzeugt, dass es mit der Ernährung zu tun hat und sich zeitversetzt (24-48 Stunden) bemerkbar macht.

Aktuell verdächtige ich Meeresfrüchte (vor allem Scampi), erhöhten Zuckerkonsum (Marmeladen, Honig, Schokolade...etc.) und vielleicht Histamin (bekomme scheinbar nach Konsum von Erdbeermarmelade am nächsten Tag einen Schub).

Auf teure Cremes und Medikamente verzichte ich komplett und achte nur darauf fettfreie Pflegeprodukte zu verwenden (Gels statt Cremes).

Damit geht es bisher ganz gut und hab nur noch selten Schübe - aber bin noch am austesten (siehe "Verdächtige" oben).

Beste Grüße,
Mago
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Re: Milchallergie und der heimtückische Zeitversatz

Beitragvon Boni4 » 19.09.2018, 11:56

Ich sage ja immer wieder, dass die Ernährung echt eine große Rolle spielt.
Ich habe mir oftmals auch anhören können, dass es durch das Umstellen der Ernährung besser geworden ist.
Zudem kommt ja auch noch, wenn man eine Unverträglichkeit hat dann muss man noch mehr darauf achten.

Ich habe mir verschiedene Informationen bei https://www.lebensmittelunvertraeglichk ... glichkeit/ auch gesucht, also ne Seite wo man sich allgemein zu Unverträglichkeiten schlau machen kann.

Da kann man sich echt gut informieren.
Habe außerdem auch verschiedene Tipps von einem Arzt bekommen wie und was man am ehesten zu sich nehmen kann.
Lg
Boni4
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