Heller Hauttyp, Akne, SE vorprogrammiert?

Was hilft, was nicht? Tipps und Erfahrungen

Heller Hauttyp, Akne, SE vorprogrammiert?

Beitragvon BudSpencer » 06.07.2009, 13:11

Hallo zusammen,

bin neu hier im Forum, aber schon seit 5 Jahren von Hautkrankheiten geplagt. Rechne ich die 3-4 Jahre der starken Akne noch hinzu, sind es fast ein Jahrzehnt - da fragt man sich manchmal, was man in seinem Leben verbrochen hat um so gestraft zu werden. Die eigentlich schönsten Jahre meines Lebens, ich will gar nicht weiter daran denken .... Mittlerweile bin ich 29.

Mit 16-17 Jahren ging die Akne los, nach ca. 2 Jahren und diversen erfolglosen Aknepräperaten, die eigentlich alles nur noch viel schlimmer gemacht haben, griff ich dann zur Chemiekeule. Ich weiß nicht mehr die genaue Bezeichnung, jedenfalls trockneten Haut und Lippen aus, die Hautfetzen hingen mir vom Gesicht und selbst das Reden oder Essen war äußerst schmerzhaft. Die Akne war zu 90% besiegt, ein Erscheinungsbild an das ich mich gewöhnen konnte. Denn nach und nach besserte sich auch wieder die Beschaffenheit der Haut und abgesehen von ein paar Pickelchen hier und da war ich nach 3-4 Jahren beschwerdefrei. Wenn ich aber zurückdenke was für Sachen ich mir aus lauter Verzweiflung ins Gesicht geschmiert habe, Cremes und Salben die einem fast die Haut weggeäzt haben, Peelings und Seifen die vermutlich das letzte bisschen Leben auf meiner Haut vernichtet haben und schlussendlich noch die Tabletten die meiner Haut dann den Rest gegeben haben. Im Nachhinein frage ich mich, was hatte ich für eine Wahl? Ich sah wirklich äußerst schlimm aus. Aber hätte ich die aller erste geringfügge Akne nicht behandelt, ich vermute fast, dass die Akne sich im Lauf der Jahre nicht so katastrophal entwickelt hätte. Sei es drumm, sind nur Vermutungen und Spekulationen.

Die nächsten 2-3 Jahren waren wirklich toll, ich fühlte mich rundum wohl in meiner Haut und war vollkommen beschwerdefrei. Doch mit 24 ging es dann los .... knallrote und schmerzende Stellen rechts und links des Kinns, sowie rechts und links neben der Nase. Als selbst Wund und Heilsalbe und Penaten-Creme nichts brachten bin ich zum Hautarzt. Ich bekam die Kortisoncreme Laticort Creme 0.1% in die Hand gedrückt und durfte gehen. Die Creme wirkte auch immer ein paar Tage, aber die Symptome kamen immer wieder zurück. Also bin ich erneut zum Hautarzt und bekam die Ecural Fettcreme (Kortisonstufe 2, ein richtiger Hammer!) in die Hand gedrückt, zusammen mit den Worten "Sie haben vermutlich Neurodermitis". Weder wurde ich informiert, was Neurodermitis überhaupt ist, noch wurde mir gesagt, dass in den beiden Cremes Kortison enthalten war. Ich wusste ja noch nicht einmal was Kortison war und welche Wirkung es hat. Massenabfertigung beim Hautarzt, aber ich war es ja schon aus meiner Akne-Leidenszeit gewohnt! Diese Ecural Fettcreme nutzte ich dann die nächsten 5 Jahre, 2-3 mal die Woche um diese roten Stellen zu unterbinden. Schmierte ich mal eine Woche keine Ecural Fettcreme explodierte mein Kinn und meine Nasenregion förmlich. Durch die Fettcreme und die gelegentliche Nutzung von Nivea-Creme hatte ich auch keinerlei Schuppungen, nur diese hässlichen und entstellenden roten Flecken - ich dachte also Neurodermitis zu haben. Seit einem Jahr beseitigte selbst dieser Kortison-Hammer nicht mehr alle Überbleibsel des SE und ich bekam ständig Pickel, also ging ich zu einem anderen Hautarzt. Der verschrieb mir eine Rosazea Pflegecreme gegen die Rötungen. Nach 2 Wochen hatte ich zum ersten mal in meinem Leben nicht nur knallrote Stellen an Kinn und Nase, ich hatte auch noch nässende, wahnsinnig schmerzhafte Ekzeme. Selbst mit Kortison brauchte ich "einen Monat" um diese Mutationen aus meinem Kinnbereich zu verbannen. Ich war verzweifelt und wusste eigentlich gar nicht mehr was ich tun sollte. Schon ein paar Monate vor der Nutzung der Rosazea Pflegecreme wanderte mein SE richtung Schläfe, unterhalb des Augen und oberhalb der Brust - wenn auch noch ganz schwach, aber die roten Stellen waren sichtbar.

Nach all diesen Erlebnissen entschloss ich mich jetzt intensiv mit der vermeindlichen Neurodermitis auseinanderzusetzen und zwar in Eigeninitiative - zu oft wurde ich von Hautärzten enttäuscht. Darmsanierung, Heilfasten, Akupunktur, Eigenbluttherapie, diverse Nahrungsergänzungsmittel, sämtliche rezeptfreie Neurodermitiscremes die mir bekannt waren, das war meine Bilanz des vergangenen Jahres. Nichts half, immer wieder musste ich auf Kortison zurückgreifen. Die Roten Stellen breiteten sich derweil immer weiter aus, so dass zwischenzeitlich das komplette Kinn, bis fast zu den Lippen betroffen ist. Sowie der komplette Nasenbereich. Ich resignierte und beschloss vor ca. 2 Wochen einfach gar nichts mehr zu unternehmen, keine Cremes, keine Salz bzw. basischen Bäder mehr und vor allem kein Kortison mehr. Bereits nach 4-5 Tagen war mein halbes Gesicht verschuppt, ich sah aus wie ein Fisch. Mmh okay dachte ich mir, das wird der Kortisonentzug sein (nach 5 Jahren intensiver Nutzung) und/oder der Verzicht der ganzen Fett/ und Pflegecremes, die Haut ist halt trocken. Irgendwie konnte ich mich dann doch noch dazu durchringen einen neuen Hautarzt zu kontaktieren, dieser bescheinigte mir dann ein SE - ich war vollkommen sprachlos. Als ich dann tagsdrauf seine verschriebene Zink-Creme nutze und am nächsten Tag duschte, hatte ich meine neurodermitisartigen roten Flecken an Kinn, Nase und Schläfe wieder zurück.

Ich selbst würde mich als hellen Hauttypen bezeichnen (so genannter keltischer Typ wenn man nach den Sonnenstudio-Klassifikationen gehen würde), mit einer zudem sehr empfindlichen Haut. Die Einnahme der chemischen Keule gegen die damalige Akne-Erkrankung, sowie die förmliche Vergewaltigung meiner Haut mit sämtlichen Akne Präperaten und Lotionen haben meine empfindliche Haut wohl SE-reif gemacht.
Zuletzt geändert von BudSpencer am 26.10.2009, 19:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Heller Hauttyp, Akne, SE vorprogrammiert?

Beitragvon stef82 » 07.07.2009, 21:29

Bud nachdem ich deinen Beitrag gelesen habe muss ich feststellen das wir eine ziemlich ähnliche Geschichte haben, allerdings bei dir in einigen Fällen noch extremer als bei mir. Bin vom Hauttyp klassischer mitteleuropäischer Typ der auf Sonne aber nicht empfindlich reagiert eher das Gegenteil bin ein kleiner Sonnenanbeter 8-), allerdings in maßen. Ich hatte keine starke Akne aber doch überdurchschnittlich viele Pickel, ich habe auch ne Menge versucht dagegen allerdings nie die chemiche Keule ausgepackt. Auch mit den Hautärzten habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht und dank dir weiss ich erst jetzt das die Laticort Creme Kortison enthält. Danke dafür ;)
Ich hab ja recht detailiert beschrieben was mir geholfen hat und ich lüge nicht wenn ich sage das meine Haut nun SE frei ist. Ich hatte selbst eigentlich auch net mehr drauf gehofft das es weggehn würde, hatte eigentlich im besten Fall gehofft das die SE freie Zeit möglichst lange ist aber bislang *toi toi toi* kam SE nicht mehr zurück.
Ich hatte mein Hautpflege übrigenz umgestellt als das SE mal wieder ausgebrochen war, oder wie du es beschrieben hast als das Gesicht mal wieder explodiert ist( was übrigenz eine recht treffende Beschreibung des Ganzen ist). Solltest du es probieren stell dich auf jucken und etwas brennen in der ersten Zeit ein, aber da muss man durch es wird auch wieder besser.
Ich wünsch dir viel Glück und gib die Hoffnung nicht auf!
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Re: Heller Hauttyp, Akne, SE vorprogrammiert?

Beitragvon jan_23 » 08.07.2009, 23:15

"Mit 16-17 Jahren ging die Akne los, nach ca. 2 Jahren und diversen erfolglosen Aknepräperaten, die eigentlich alles nur noch viel schlimmer gemacht haben, griff ich dann zur Chemiekeule. Ich weiß nicht mehr die genaue Bezeichnung, jedenfalls trockneten Haut und Lippen aus, die Hautfetzen hingen mir vom Gesicht und selbst das Reden oder Essen war äußerst schmerzhaft. Die Akne war zu 90% besiegt"

Das klingt mir doch schwer nach Isotretinoin.... ist hier auch schon diskutiert worden...als letzte Option..Aber das Zeug ist scheinbar doch ein Schwert mit zwei Schneiden....;/

Grüße,

Jan.
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