Von ND zu SE

Deine persönliche SE Geschichte

Von ND zu SE

Beitragvon Nachdurst » 12.12.2009, 17:39

Hallo zusammen,

gute 10 Jahre habe ich gedacht, ich hätte Neurodermitis im Gesicht. Angefangen hats bei der Bundeswehr, ein dortiger Hautarzt hat die roten Stellen links und rechts der Nase als Neurodermitis diagnostiziert. Was folgte, waren Cortisoncremes. Später habe ich mal eine Homöopathien aufgesucht, die hat eine Milcheiweißallergie per Bioresonanzmethode entdeckt. Ließ sich natürlich über den schulmedizinischen Allergietest nicht nachweisen, ich weiß also bis heute nicht, ob das stimmt. Vor vier oder fünf Jahren verschrieb mir dann ein Hausarzt Elidel als Ersatz für das Cortison. Elidel half auch zu Beginn sehr gut, mit der Zeit aber immer weniger, außerdem eroberten die Hautrötungen nach und nach mehrere Stellen im Gesicht. Außerdem habe ich immer rückfettende Cremes benutzt: Urea, Nachtkerzenöl, usw. In den letzten beiden Jahren war meine Gesichtshaut ständig rot, von Elidel zwar auf einem bestimmten Level gehalten, aber natürlich alles andere als zufriedenstellend. Also dachte ich, eine neuer Anlauf über einen neuen Hautarzt kann sicher nicht schaden. Gesagt, getan, Termin ausgemacht. Der Hautarzt stellte einige Fragen, packte seine Riesenlupe aus und war sich nach eingehender Betrachtung sicher: Keine ND, das ist ein sebhorrisches Ekzem. :shock:

Nachdem ich den anfänglichen Schock verdaut hatte, stellte sich schnell heraus, daß sich eigentlich kaum was ändert: Keiner weiß so genau, woher es kommt oder was man dagegen tun kann. Jeder muß seinen eigenen Weg finden, bla bla. Das kenne ich schon von der ND. Nur die Art der Therapie wollte er ändern, da für mich keinerlei ND Produkte in Frage kämen wegen der rückfettenden Wirkung: Gerade das sei schlecht beim SE. Stimmt das? Oder kommt es darauf an, ob man ein trockenes oder fettendes SE hat?

Jedenfalls schickte er mich in die Apotheke, damit ich mir eine seifenfreie Waschlotion besorgen konnte. Außerdem erhielt ich Rezepte für eine Mischung (Metronidazolum / Ciclopirox), wobei es sich offenbar um verschiedene Antibiotika handelt. Hinzu kam noch sowas wie eine Feuchtigkeitscreme, extra gegen das SE: Kelual DS von Ducray. Also: Eimal am Tag Gesicht wachen, morgens und abends die Mischung verwenden, ebenso die Kelual DS.

Wenn ich sonst das Elidel mal für einige Tage weggelassen hatte, bekam ich sofort völlig gefühllose Haut mit jede Menge kleiner Pickel. Diesmal nicht, offenbar leisteten die Antibiotikas gute Arbeit. Nach nur wenigen Tagen allerdings brannte mein Gesicht extrem, wenn ich die Kelual DS benutzen wollte, außerdem habe ich jede Menge Hautschuppungen bekommen. Zum Hautarzt sollte ich erst wieder nach 6 Wochen, solange konnte ich aber nicht warten und bin wieder hin. Sein Vorschlag: Sofort jegliches Cremen einstellen, Gesicht nur noch mit Wasser waschen. Die Haut solle jetzt von innen geheilt werden, dazu hat er mir Cortisontabletten verschrieben (Himmel, geht das wieder los). Okay, die nehme ich jetzt seit drei Tagen. Bisher ist nichts passiert. Die Haut spannt wie verrücht, ist teilweise eingerissen, schuppt ohne Ende (sehe aus wie ein Reptil), brennt und juckt irgendwie gleichzeitig. :evil:

Meine Hoffnung ist jetzt natürlich, daß ich nur noch etwas Geduld brauche. Alledings konnte mir bisher noch niemand sagen, wie lange. Wahrscheinlich ist auch das wieder bei jedem anders. Hat von Euch jemand mal Cortisontabletten genommen und auf Cremes verzichtet? Hat das irgendwie zu einem Erfolg geführt?

Wenn der schlimmste Alptraum vorbei ist (und ich mich wieder aus dem Haus traue), werde ich wohl wieder einem homöopatischen Ansatz nachgehen. Im Moment glaube ich, daß die Schulmedizin nicht so recht weiß, was sie machen soll. Der Wechsel von ND zu SE in der Therapieform hat jetzt erstmal dazu geführt, daß es mir schlechter geht, als je zuvor. Auch wenn die ursprünglichen Rötungen schon etwas zurück gegangen sind. Durch die Schuppungen und die Risse hilft mir das aber derzeit überhauptnicht.

So, hat gut getan, das alles mal loszuwerden. Toll, daß es hier eine Möglichkeit des Austausches gibt. Vielen Dank dafür. Es gibt doch Hoffnung, wenn man von anderen hört - oder liest - daß sie mit dieser Krankheit zurecht kommen.

Viele Grüße
Bernd
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Re: Von ND zu SE

Beitragvon aschon » 14.12.2009, 15:38

Hallo Bernd,

ich war ebenfalls in homöopathischer Behandlung und bin der Überzeugung, dass es erst dadurch besser geworden ist.
ABER: Durch die Erstverschlimmerung, die es in der Homöopathie gibt, ist mein Ekzem um gefühlte 1000% schlimmer geworden, so dass ich nachts das Licht auslassen konnte. Es hat gebrannt, gespannt und geschuppt wie irre, bis ich dann zu einem weiteren Heilpraktiker gegangen bin und dieser mir eine sanftere Therapie verordnet, bzw. andere, nicht so "aggresive" Mittel verschrieben hat und ab diesem Zeitpunkt wurde es wieder besser.

Zum Homöopathen würde ich also auf jeden Fall wieder gehen, nur die Art der Behandlung ist hier sehr wichtig.

Die Schulmedizin zuckt eh nur mit den Achseln und gibt "kluge" Weisheiten ab. Mehr als ein Versuchskaninchen ist man da nicht.

Gruß,
Alex
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Re: Von ND zu SE

Beitragvon BudSpencer » 14.12.2009, 18:33

Hallo aschon,

kannst du ein bisschen was zu den verschiedenen homöopathischer Therapieformen/Medikamenten schreiben? Ich denke, dass es dort auch viele unseriöse Quacksalber gibt, die dir dann einen "Wunderglobuli" in die Hand drücken mit dem alles verschwinden soll ^^
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Re: Von ND zu SE

Beitragvon BudSpencer » 14.12.2009, 18:36

@Nachdurst

Hallo und willkommen im Forum,

habe mich in vielen der Erlebnisen wiederentdeckt. Auch bei mir wurde Neurodermitis diagnostiziert. Habe daher 4 Jahre lang Fettcremes und Kortison genommen, in der Annahme die richtige Behandlung durchzuführen. Eine absolut kontraproduktive Vorgehensweise. Erst Hautarzt Nr. 4 hat dann SE diagnostiziert, geändert hat sich für mich aber eigentlich nichts. Die Anti-Pilzcremes bringen rein gar nichts, so dass ich wieder bei Kortison gelandet bin. Ein Teufelskreislauf.
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Re: Von ND zu SE

Beitragvon Nachdurst » 14.12.2009, 19:49

Hi, und vielen Dank für die Antworten.

@aschon
Von der Homöopathie habe ich aus meinem Kollegenkreis, aber auch den Neurodermitis Foren schon das ein oder andere aufgeschnappt. Ansatzpunkt ist zumeist eine zerstörte Darmflora, daher können die Magen- und Darmwände nicht mehr ausreichend Vitamine aufnehmen, was sich mittel- bis langfristig auf der Haut zeigt, der insbesondere die B Vitamine fehlen. Darmflora macht man sich schnell mal kaput: Antibiotika (wird bei fast jeder Grippe verschrieben), ungesunde Ernährung, zu viel Alkohol, oder oder oder.

Da sich in einem solchen Darmmileu dann gerne mal Pilze ansiedeln, werden meist erstmal die bekämpft, danach folg eine Darmsanierung und eine basisch orientierte Diät. Je nach Härtefall kann das ganze locker mal sechs Monate dauern und muß recht diszipliniert durchgezogen werden, sonst dauerts noch länger. Danach soll man dann aber in Maßen wieder alles essen dürfen.

Bisher war mein Leidensdruck nie groß genug, um sowas endlich mal konsequent durchzuziehen. So langsam habe ich aber genug von einem zerstörten Gesicht. :twisted:

Ich glaube auch, daß es bei den Homöopathen sehr große Qualitätsunterschiede gibt. Ich finde es schwer, da den richtigen herauszusuchen. Ein Kollege schwört auf jemandem im Elsaß, der ist allerdings recht teuer - wenn auch mit großen Erfolgen. Schwierig, zumahl ein hoher Preis ja nicht unbedingt auf Qualität schließen läßt.

@BudSpencer
Waren Deine Anti-Pilz Cremes auch mit Antibioteka? Hat das nichts gebracht? Eigentlich hatte ich gehofft, das Zeug würde es wenigstens etwas wieder ins Lot bringen. Wie genau gehst Du gegen das SE vor? Oder steht das schon irgendwo im Forum? :)
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Re: Von ND zu SE

Beitragvon aschon » 15.12.2009, 07:10

Hallo Bernd,

genau so war es bei mir auch. Bei Homöopath 1 durfte ich eigentlich fast gar nichts mehr essen und hab es auch bis zu einem bestimmten Punkt durchgezogen, als ich ihm angerufen habe und zu fragen, ob ich eine bestimmte Sorte Zartbitterschokolade essen dürfe. Nachdem er mir dann gesagt hat, ich solle die Schokolade mal in die Hand nehmen und er dann durch's Telefon gespürt hat, dass diese nicht gut für mich ist, habe ich nach einem anderen Homöopath gesucht. Der scheint zwar wirklich sehr angesehen zu sein, aber das mit der Diagnose übers Telefon war dann doch etwas zu viel für mich...

Das mit der Darmflora ist korrekt. ich habe von Homöopath 2 das Pulver Darmflora Plus verschrieben bekommen und hab das dann auch über Wochen / Monate genommen. Was in den Globulis drin war, bzw. mit was die "aufgeladen" waren, habe ich keine Ahnung, ich weiss nur, dass jedes Mal, wenn ich beim Homöopathen war, bzw. schon, wenn ich nur den Termin ausgemacht habe, das SE wieder besser wurde. Hier spielt denke ich auch hauptsächlich der psychologische Faktor mit rein. Aber solange es hilft, ist es mir auch egal :D

Achja von wegen Preis. Homöopath 1 wollte für eine Sitzung 100.-€! Ist zwar, wie gesagt angesehen, aber...
Homöopath 2 rechnet nach der Zeit ab. Nach einer halben Stunde bin ich fertig und zahle irgendetwas zwischen 30-40€

Gruß,
Alex
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Re: Von ND zu SE

Beitragvon BudSpencer » 16.12.2009, 11:14

Also meines Wissens nach hatten die Anti-Pilzcremes kein Antibiotika. Welche Anti-Pilzcremes mit Antibiotika gibt es denn? Habe mich dies bezüglich noch nicht informiert.

Derzeit Solarium und sporadisch Kortison-Creme. Keine tolle Alternative, aber dafür wenigstens eine "wirkende".
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