My 2 Cents

Deine persönliche SE Geschichte

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Beitragvon Fox » 06.03.2014, 12:54

Ich möchte im folgenden kurz meinen Umgang mit dem SE beschreiben und meine Erfahrungen mitteilen:

Unter folgenden Vorraussetzungen war mein SE auf Gesicht, Kopfhaut & Schweissrinne zu 99% verschwunden:

- Urlaub an der Nordsee im Sommer (die salzhaltige Luft, Badem im Salzwasser, gelegentl. Saunagänge mit Kaltwasserduschen, die Sonnenstrahlen und die stressfreie, durchweg schöne Zeit haben das SE sehr gut abheilen lassen
- abends reinigte ich mein Gesicht (inkl. Haaransatz) mit einem seifenfreien Waschstück und trug anschließend auf die mit Einmalhandtüchern getrocknete Haut Eubos Feuchtigkeitscreme auf
- meine Haare wusch ich mit einem Schuppenschampoo (H&S Lemongrass oder Totes Meer Schampoo) alle 3-4 Tage
- auf rote, entzündete SE-Stellen trug ich 1x pro Tag für ca. 4-6 Tage Nizoral Creme auf (je nach Schwere); bald waren keine Stellen mehr sichtbar und ich trug es 1 x pro Woche rein zur Vorbeugung auf
- Tai Chi morgens und abends, sowie viel Bewegung an der Luft (wir fuhren viel Kanu) verhalfen zu innerer Ruhe
- langsames Essen (viel Gemüse, viel Lachs und Ölsardinen, wenig Milch- und Getreideprodukte, wenig "Schwerverdauliches", wie Pizza und Pasta) und gutes Kauen (jeden Bissen 20-30 mal) halfen beim inneren Wohlgefühl und belasteten nicht
- ausreichende Flüssigkeitsaufnahme in Form von stillem Wasser (allerdings nicht zum Essen) und/oder grünen Smoothies taten auch gut und belasteten nicht
- Bart und Kopfhaar hielt ich kurz
- beim Joggen trug ich nur kurze Hose und Schuhe, um viel Sonne zu bekommen und den Schweiß an der Luft sofort entweichen/trocknen lassen zu können
- ich hielt meine Haut möglichst fett-/ölfrei, duschte kühl bis lauwarm, niemals heiß und nur kurz
- ich verwendete Zahnpasta von Weleda, da herkömmliche Zahnpasta meine Haut um den Mund herum austrocknete, wenn Schaum beim Putzen daran herunter rann
- ich meditierte und entspannte meine Atmung
- ich ass keine Süßigkeiten (außer Obst) und keine stark verarbeiteten Nahrungsmittel
- ich kämmte meine Haare mit einer Borstenbürste, um Haare zu entfernen, Durchblutung zu fördern und Luft an den Kopf zu bringen
- ich verwendete kein Haargel, keinen Rasierschaum, kein Aftershave, kein Deo, keine normale Seife, ich rasierte mich trocken elektrisch

Nun, im Alltag und Winter tue ich vieles davon nicht mehr und nicht mehr konsequent, wodurch mein SE wiederkam.

Vielfach spielen Stress (Angst) und eine schlechte Verdauung, sowie eine depressive, pessimistische Grundstimmung bei mir eine Rolle und schwächen wohl mein Immunsystem - fühle ich mich gut, tritt das SE nicht so stark auf, wie sonst.

Doch der wichtigste Faktor im Kampf gegen SE ist in meinem Fall die konsequente, regelmässige Anwendung der oben beschriebenen Hygiene-Routine (Haare kurz halten, Schuppen durch geeignetes Shampoo entfernen, Feuchtigkeit spenden, Creme gegen den Hautpilz)

Ich hoffe, ich konnte damit ein paar Anregungen bieten zur Diskussion und praktischen Prüfung.
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Re: My 2 Cents

Beitragvon Fox » 22.12.2014, 14:03

Hier mal nach langer, langer Zeit ein wichtiges Update zu meinem Vorstellungsthread.

(Wer die Vorgeschichte überspringen will, beginnt bei :!: )

Ich war vor ein paar Wochen mal wieder bei einem neuen Hautarzt.

Dieser ist Spezialist für Haar- und Kopfhaut.
Ich habe erstmal nichts über vorherige Diagnosen erzählt, sondern lediglich die Symptomatik geschildert.
Und dann passierte etwas, dass ich bei vorangegangenen Hautärzten noch nie beobachten konnte:
- Er zog sich Handschuhe und einen Mundschutz an...
- und betrachtete meine Haut im Gesicht und meine Kopfhaut sehr genau (auch mit Lupe)

Dann stellte er eine Diagnose: Seborrhoisches Ekzem.
Soweit, so gut.

Doch dann sagte er, er wolle auf Nummer sicher gehen und eine Analyse der Kopfschuppen durchführen, da SE zunächst die naheliegendste, aber nicht die einzige Ursache sein könne.

Daraufhin ließ er von einer Assistentin ein paar meiner (zu diesem Zeitpunkt reichlich vorhandenden) gelblichen Kopfschuppen abtragen und ins Labor zur Analyse schicken.
(Die Kopfschuppen waren teilweise gelb, da ich durch dauerndes Jucken und Kratzen, die Haut aufgerissen hatte und sie daraufhin Eiterschuppen gebildet hatte.)

Dann verschrieb er mir - zur Symptombekämpfung und vorläufiger Erleichterung- ein leichtes Cortisonpräparat (musste in der Apotheke gemischt werden) und ein mildes Shampoo.
Zusammen mit einem genau aufgeführten Plan, sollte ich nun Shampoo und Creme auf die betroffenen Stellen über einen mehrere Wochen dauernden Zeitrahmen anwenden (ja, auch auf der Kopfhaut).
Er sagte, es sei möglich, das SE durch gezielte und diziplinierte Anwendung von leicht cortisonhaltigen Cremes über mehrere Wochen soweit "zurückzudrängen", dass man erstmal "Ruhe" hätte.

Nach zwei Wochen Anwendung waren die Symptome völlig verschwunden. Mein Haar war nicht mehr strohig und meine Kopfhaut 99% schuppenfrei. Ein wunderbares Gefühl. Kein Jucken und Kratzen mehr.

Doch dann kam der Tag, der alles nochmal veränderte:

:!: Nach zwei Wochen kam dann das Ergebnis der Kopfschuppen-Analyse aus dem Labor:
:idea: Ergenbis: "Trichophyton Mentagrophytes"
:!: Ein Fadenpilz.
:?: Konnte dies die Ursache gewesen sein?
Ich sollte nun das Cortison und das milde Shampoo absetzen und bekam ein Anti-Pilz-Shampoo (rezeptpflichtig) verschrieben: Batrafen S Shampoo und Batrafen Creme.
(Es gibt auch nicht-rezeptpflichtige Cremes und Shampoos mit dem gleichen Wirkstoff und nahezu der gleichen Zusammensetzung, die genauso gut wirken.)

Meine Haut wurde noch besser!
Heute - etwa drei/vier Monate nach der Diagnose - ist meine Haut völlig in Ordnung!
Ich wende das Shampoo und die Creme noch weiter an, da der Fadenpilz schwer ganz auszumerzen ist und das sehr, sehr lange dauern kann (Hautpilze sind unheimlich hartnäckig).
Es kann also sein, dass der Pilz zwar äußerlich weg ist, aber in den unteren Hautschichten das Myzel des Pilzes noch vorhanden ist bzw. Sporen in diesen Schichten überleben. Nach allem, was ich gelesen habe, sind diese Sporen unglaublich hartnäckig und können lange Zeit überdauern.
Es kann sein, dass ich Cremes und Shampoo noch ein halbes Jahr oder länger anwenden muss, bis es ein für alle mal (hoffentlich) dann weg ist.

Ich bin sehr dankbar, dass dieser Hautarzt nicht einfach nur eine Blickdiagnose gemacht hat, sondern den Weg über's Labor gegangen ist.

Nun war die Frage: Wo hab ich mir diesen Pilz den eingefangen?
Nun, solche Faden(Haut)Pilze kann man sich schon im Fitnessstudio oder im Schwimmbad oder in der freien Natur holen. Auch Haustiere können sie übertragen.

Da erinnerte ich mich an einen Post hier im Forum, wo jemand angab, das SE wäre bei ihm aufgetreten, als er angefangen hätte, zu trainieren - im Fitnessstudio.
Auch ich habe mal im Fitnessstudio trainiert! Und mir dort, oder vielleicht auch durch ein altes, verschwitztes Kostüm, das ich einmal für eine Schulaufführung ausgeliehen hatte, mir den Fadenpilz eingefangen, der sich dann über die nächsten 15 Jahre feucht fröhlich weiter ausgebreitet hat.

Also, ich hoffe, meine lange Suche nach der Ursache meiner Symptome ist damit beendet. Nun arbeite ich mit Creme und Shampoo daran, diesen Pilz tiefenwirksam auszumerzen.
Bis jetzt sieht es sehr, sehr vielversprechend aus.

:arrow: Sprecht mal mit eurem Hautarzt darüber. Könnte sein, dass auch bei euch die Diagnose nicht SE lautet, sondern: Fadenpilz!
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Re: My 2 Cents

Beitragvon gezha » 23.12.2014, 21:56

Wärst du so freundlich und würdest ein neues Foto von dir posten? Wie das jetzt aussieht? ...
Wäre super nett!
Eigentlich sollte man Verfassungsklage gegen das Seborrhoische Ekzem erheben. Es schränkt einen in seiner allgemeinen Handlungsfreiheit aus Art. 2 I GG ein.
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Re: My 2 Cents

Beitragvon Fox » 26.12.2014, 18:17

gezha hat geschrieben:Wärst du so freundlich und würdest ein neues Foto von dir posten? Wie das jetzt aussieht? ...
Wäre super nett!

Fotos poste ich von mir nicht. Hast du denn eine Frage? Wenn ja, kann ich sie vielleicht auch schriftlich beantworten!
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Re: My 2 Cents

Beitragvon gezha » 30.12.2014, 17:00

Ich hätte ein paar Fragen:

Wie sieht es bei dir mit Zucker/Weissmehl aus?
Hast du schon mal experimentiert und viel Zucker und Weissmehl an einem Tag gegessen und dann mal nachgesehen, wie es am nächsten Tag aussah?
Wie sieht es nach dem Duschen aus?
Wie sieht es nach dem Sport (wenn du den noch betreibst) aus?
Wie sieht es direkt nach dem Aufstehen aus?
Wie oft wäscht du dir das Gesicht am Tag?
- mit was?


Das wären erst mal alle Fragen ;)
Hoffe auf Antworten!
Viel Spaß mit deinem (neugewonnenen) Leben! :)
Eigentlich sollte man Verfassungsklage gegen das Seborrhoische Ekzem erheben. Es schränkt einen in seiner allgemeinen Handlungsfreiheit aus Art. 2 I GG ein.
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Re: My 2 Cents

Beitragvon Fox » 02.01.2015, 18:09

Wie sieht es bei dir mit Zucker/Weissmehl aus?
Hast du schon mal experimentiert und viel Zucker und Weissmehl an einem Tag gegessen und dann mal nachgesehen, wie es am nächsten Tag aussah?


Ich habe zwar immer mal wieder versucht, Zucker und Weissmehl einzuschränken, aber das ist mir in all den Jahren nie länger als vielleicht zwei Wochen am Stück 100%-ig gelungen.
Ob SE oder (in meinem Fall) der Fadenpilz durch Zucker und Weissmehl verstärkt auftritt oder nicht, kann ich nicht sagen.
Ich bekomme lediglich etwas mehr Pickel, wenn ich zuviel Süßigkeiten esse. Aber mit der Symptomatik des SE oder des Fadenpilzes konnte ich keine Korrelation feststellen.
Das heißt nicht, dass ich eine mögliche Korrelation ausschließe - ich habe einfach keine verlässlichen Erfahrungswerte dazu.

Wie sieht es nach dem Duschen aus?


Ich dusche kurz. Haut befeuchten, Dusche aus, einseifen mit hautfreundlicher Seife, abduschen. Ich versuche das Wasser so kalt wie möglich zu lassen - was mir nicht immer gelingt, da ich eigentlich lieber warm oder wenigstens lauwarm dusche. :D
Welche Seife hautfreundlich ist, muss jeder für sich herausfinden. Ich verwende nur noch Waschstücke, also keine Seife im herkömmlichen Sinne. Aber ich probiere da noch rum und habe mich noch nicht auf eine bestimmte Marke festgelegt. Je nach Schweißbildung und Schmutz dusche ich auch mal nur mit Wasser, ganz ohne Seife.
Haare wasche ich manchmal mit Lactel No 4 (wurde mir von meinem Hautarzt empfohlen). Aber meistens lediglich mit dem Anti-Pilz-Shampoo (jeden zweiten Tag, bis es leer ist), das ich 10-15 Minuten einwirken lasse.

Wie sieht es nach dem Sport (wenn du den noch betreibst) aus?


Sport und Sauna ist kein Problem mehr. Ich war gerade über die Feiertage an einem Tag über 3 Stunden saunieren. Vor meiner Fadenpilz-Behandlung hätte ich sofort rote Flecken bekommen und Kopfjucken. Davon ist nichts mehr zu spüren und zu sehen. (Auch wenn sich sicher noch ein paar Pilzsporen in den unteren Hautschichten verstecken.)

Wie sieht es direkt nach dem Aufstehen aus?

Nichts (mehr) zu sehen. Haut ist völlig in Ordnung.

Wie oft wäscht du dir das Gesicht am Tag?
- mit was?


Ich wache mir mein Gesicht abends mit lauwarmem Wasser und trockne es gut ab. Klar, wenn ich jetzt Russ oder Schmutz im Gesicht hätte, würde ich auch Seife dazu nehmen. Aber für den Alltag nehme ich nur Wasser und reinige mit den Händen und dem Handtuch "mechanisch".

Wichtig in meinem Fall (Fadenpilz-Befall) ist es allerdings, Handtücher, Kleidung und Bettwäsche regelmäßig zu wechseln und mit einem Anti-Bakteriellen Waschmittel zu waschen. Auch das werde ich wohl noch ein halbes bis ganzes Jahr lang machen müssen, um den Pilzsporen das (Über-)Leben schwer zu machen.

Ich hoffe, ich konnte alle deine Fragen befriedigend beantworten. Falls du weitere Fragen hast oder ich auf das ein oder andere noch näher eingehen soll, lass es mich wissen. :)
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