Monatelang Beschwerden, gestern Diagnose SE

Deine persönliche SE Geschichte

Monatelang Beschwerden, gestern Diagnose SE

Beitragvon nordlicht1980 » 25.07.2012, 14:16

Hallo zusammen,

ich freu mich, auf Anhieb dieses Forum gefunden zu haben und hab auch schon fleißig eure Tipps und Erfahrungsberichte gelesen. Nach meiner ersten "Panikattacke" gestern bin ich heute schon etwas ruhiger, weil sich mein Zustand über Nacht immerhin zum ersten Mal nicht mehr verschlechtert hat.

Bevor ich meine "Geschichte" schildere, habe ich direkt eine Frage:
Ist es okay, wenn ich mir die Schuppen, die sich nach einer Zeit bilden, sanft abreibe, morgens und abends bevor ich mich eincreme? Ich befeuchte dazu ein Handtuch mit lauwarmem Wasser und reibe die lose Haut langsam ab. Klar brennt es ein wenig, aber es ist auszuhalten und ich habe das Gefühl, dass die Haut dann besser auf die Creme vorbereitet ist. Berichtigt mich bitte, wenn ich einen totalen Fehler mache, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es gut ist, die tote Haut auf dem Gesicht zu lassen und mit einfach abspülen verschwindet sie nicht.

Entstehung:
Angefangen hat es wohl im März dieses Jahres mit Rötungen auf den Augenlidern. Ich war eine Woche Skifahren und habe die Reaktion auf die Höhenluft und die Sonne geschoben, im Winter habe ich öfter mal rote Augen. Ich habe das immer gut mit Weleda-Ringelblumensalbe wegbekommen, nur diesmal nicht. Im Gegenteil, es wurde immer schlimmer und ich hatte morgens oft geschwollene Augen und teilweis riss die Haut in den Lidfalten auf und unter dem Auge auf. Da ich privat eine schwere Zeit durchgemacht habe/durchmache, habe ich das auf das viele Weinen und Reiben geschoben.

Ende Mai war es dann so schlimm, dass ich zu "meinem" Hausarzt wollte, den ich vor Jahren wegen anderer Sachen aufgesucht hatte; er war aber im Urlaub und weil es so akut war bin ich zu irgendeinem anderen Hautarzt - der offensichtlich nicht kompetent ist.

Es hieß ich hätte eine Entzündung, könnte aber auch eine Allergie mit dabei sein - habe Cortison verschrieben bekommen und damit wurde es auf den Augen besser, es wurde auch sofort ein normaler Allergietest gemacht, der negativ ausfiel (gegen Tiere, Pollen etc.)

Aber irgendwann ging es wieder los, Cortison half nicht mehr, und ich wurde zum "großen" Allergietest gerufen, das war Ende Juni, der auch ohne Ergebnis ausfiel.

Anfang Juli rissen dann die Lippen auf und schwollen an. Letzte Woche kam eine rote Stelle am Hals dazu. Letzten Freitag wurde es um den Mund rot und ab da fraß sich die Rötung mit jedem Tag weiter in mein Gesicht. Alles fing an zu jucken, die Haut spannte, alles tat weh und brannte. Montags habe ich schnell einen Termin beim Hausarzt ausgemacht, weil ich dem vertraue und der sich das mal ansehen sollte.

Gestern kam dann aber die große Panikattacke, ich sah mich morgens im Spiegel und mein gesamtes Gesicht war knallrot, die Augen auch wieder, zusätzlich angeschwollen, dass ich kaum gucken konnte, der Fleck am Hals war riesig. Ich habe sofort bei meinem ursprünglichen Hautarzt angerufen und auch gleich einen Termin bekommen, seine Diagnose SE kam sehr schnell.

Jetzt creme ich die Augen mit Protopic 0,03 % ein, morgens und abends. Die betroffenen Stellen (um die Nase bis unter die Augen, auf der Nase, um den Mund, Kinn, gesamter Kiefer, große Stelle direkt am Kehlkopf) creme ich mit einer in der Apotheke hergestellten Creme morgens und abends ein: Ciclopirox Ratio 1 % mit Basiscreme Dac Creme. Und wie gesagt peele ich die Stellen vorher vorsichtig ab.

Heute hat es sich über Nacht nicht verschlimmert, das ist das erste Mal seit letzter Woche und darüber bin ich schon mal froh. Die Augen sind weniger geschwollen und weniger rot. Ich bin mir nicht sicher, aber vielleicht ist die Stelle am Hals größer geworden und eventuell fängt es an einem Ohrläppchen an - das ist nicht rot, aber es juckt und schuppt. Hab dort sicherheitshalber auch Creme aufgetragen.

Mehr als die beiden Cremes und klares Wasser wende ich erstmal nicht an, der Arzt meinte "weniger ist mehr". Ich wasche die Haare auch getrennt vom Rest, über die Wanne gebeugt, damit kein Shampoo ins Gesicht kommt. Ich würde gerne was gegen die Spannung machen (z.B. was mit Urea, oder dieses Physiogel, dazu kam just eine Probe an, die ich im März bestellt hatte, und wo der Arzt auch meinte, das wäre was Gutes - aber erst für später), aber wenn ich es richtig verstanden habe, dann soll ich nur das Protopic und die Creme gegen den Pilz nehmen.

Symptome:
Die Haut ist rot und brennt, nach Kontakt mit Wasser entstehen weiße Hautschuppen, manchmal auch einfach durch die Mimik. Die Schuppen sind nicht gelb oder fettig, kein Nässen, kein Eiter. An der Nase und am Kinn kleine Pickelchen seit der Creme.

Zu meiner Person:
Ich bin weiblich, 32 Jahre alt, berufstätig, keine vorherigen Hauterkrankungen. Ich bin normalgewichtig und ernähre mich relativ gut - schätze aber, noch nicht gut genug/nicht ausgewogen genug; halte mich mit Sport fit, stehe aber privat und beruflich unter großem Stress. Die Ernährung könnte meinen Zustand verbessern, denke ich, und den Stress halte ich für den Auslöser.

Im Beruf stehe ich seit anderthalb Jahren unter enormem Druck: Anfang 2011 habe ich alle Projekte einer Kollegin in Elternzeit übernommen, war quasi "Projektleiterin mal Zwei". Ich war in dem Jahr wegen Zähneknirschen beim Arzt (durch Physiotherapie in den Griff bekommen), bekam Herzrasen (EKG, Blut etc > alles top), hatte öfters Bronchitis/Mandelenzündung, brach im Mai einmal zusammen und konnte nichts mehr machen. Meine Kollegin ist zwar seit ein paar Monaten wieder da, aber seit dem wurden uns noch mehr Projekte aufgedrückt.

Privat besteht der Stress aus einer Trennung im letzten Dezember, nach elf Jahren Beziehung, inkl. Umzug im Februar und Neuorganisation meines Lebens. Ab da hatte ich wochenlang Magendarm-Probleme, auch wieder Bronchitis und Mandelentzündung, zusätzlich das eher noch kleine Hautproblem ab März. Aus der Privatgeschichte ergaben sich einige Zusammenbrüche im Dezember, Januar und im Mai - immer dann, wenn ich wieder mehr von der Wahrheit erfahren habe. "Höhepunkt" der Hautgeschichte jetzt im Juni/Juli.

ZUKUNFT?
Ich schätze es so ein, dass mein Körper mir seit letzem Jahr versucht zu sagen, dass ich was ändern muss. Ich höre aber nicht drauf. Das Herzrasen war schon ein recht drastisches "Mittel", aber der Arzt sagt ja ich bin gesund und man kann sich auch an sowas gewöhnen... also habe ich nicht an mir gearbeitet oder mir Hilfe geholt. Aber mit einem entstellenden Ausschlag im Gesicht udn am Hals bin ich jetzt gezwungen was zu machen, denn so gehe ich weder ins Büro noch privat unter Menschen.

Daher glaube ich, dass eine ganzheitliche/psychologische Klärung hilfreich sein könnte. Ich weiß es aber nicht. Heute Abend habe ich direkt einen Termin zur Anamnese bei einem TCM-Doc bekommen - ich bin gespannt.

Meine Angst:
Ich hab Angst, dass das SE mein ganzes Leben weiter auf den Kopf stellt. Nach all den Tiefschlägen dieses Jahr werde ich das nicht gut verkraften.

Ich freue mich über jeden Kommentar: Ähnliche Erfahrungen, Tipps... oder auch wenn ihr meint, dass ich totalen Quatsch erzähle - ich bin froh, wenn ich mich austauschen kann.

Liebe Grüße aus Stuttgart,
nordlicht1980
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Re: Monatelang Beschwerden, gestern Diagnose SE

Beitragvon nordlicht1980 » 25.07.2012, 19:32

Update Nr. 01
Ich war bei grad bei Dr. Marc Scheuermann, http://www.drscheuermann.de/home.php, Praxis für Chinesische Medizin. Als Arzt ist er schon mal sympathisch, für mich immer ein wichtiger Punkt, ob ich mich da überhaupt wohlfühle. Er hat erstmal meinen "Gesamtzustand" dokumentiert und mich eingehend befragt - und hingehört!

Seine Vorschläge: Akupunktur, um die "Energie" bei mir im allgemeinen wieder in die "richtigen Bahnen" zu lenken. Da geht es also nicht nur um mein Hautproblem, sondern um meinen generellen schlechten Zustand. Um das "innere Feuer" zu beruhigen empfiehlt er, ernährungstechnisch einige Punkte zu beachten und "von innen heraus" durch Kräuter die Haut zu beruhigen.

Eine erste Akupunktursitzung haben wir eben gemacht, war überhaupt meine erste, war ganz angenehm. Die Rötung im Gesicht ist tatsächlich weniger als noch eine Stunde vorher... kann natürlich auch an der Creme liegen. Am Hals ist es nach wie vor schlimm und ich glaube fast, dass es da schlimmer wird und mittlerweile es an dem einen Ohr immer mehr wird.

Ich habe drei weitere Akupunktur-Termine vereinbart und dann werde ich ein Fazit ziehen. Das mit den Kräutern ist mir echt zu teuer. Die Cremes vom Hautarzt werde ich auch beibehalten, ich will da nicht sofort auf eine Schiene gehen, das kann der Haut auch nicht gut tun. Der TCM-Doc rechnet sich gut Chancen aus, dass in 4-6 Wochen eine Besserung da ist. Er meint es ist von Vorteil, dass ich so früh reagiert habe.

Kosten:
Für die erste Sitzung werden es rund 80 € sein, die weiteren Akupunktursitzungen je 40 €. Dauer ca. 45 Minuten. 1x die Woche sollte drin sein, Abstände von 2 Wochen werden nicht empfohlen da unwirksam. Maximal 2x die Woche, das wird mir aber mit der Arbeit zu stressig, obwohl er sehr gute Zeiten hat: An zwei Tagen in der Woche behandelt er schon ab 7 Uhr und an zwei weiteren Tagen behandelt er bis 20 Uhr, sehr fair. Die Kräutergeschichte wäre für mich individuell zusammengestellt und könnte pro Monat 80 - 120 € kosten, das ist mir dann doch zu viel. Ich muss ja alles selber tragen.

Ernährungstipps:
- "Heiße" Nahrungsmittel möglichst weglassen. Dazu gehören Alkohol, Zigaretten, Fettes, Süßes, Kaffee ab einer gewissen Menge.
- ebenfalls besser wegzulassen oder einzuschränken sind zu viele Milch- und Getreideprodukte. Besser Hafer- oder Sojamilch.
- Gut sind grüner Tee, Salate, Gemüse, alles mit Bitterstoffen wie z.B. Rucola und Artischocken.

Ein guter Speiseplan könnte zum Beispiel so aussehen:
- Morgens ein ordentliches Müsli mit Hafermilch
- Mittags Fleisch/Fisch, viel Salat und Gemüse, Pasta geht mittags auch
- Abends ein leichter Salat und vielleicht ein kleines Brot

Das sind für mich alles in allem die Punkte, die eh schon versuche aus "sportlicher" Sicht zu beachten, die mir zum Glück auch nicht schwerfallen und an die ich mich aus diesen Gesichtspunkten jetzt vermehrt halten werde.

Einzige wehmütige Punkte: Die Milch! Und alle Milchprodukte... ich liebe Joghurt, Mozzarella, Feta, Käse... uäh! Nagut. Dann halt weniger und ich check mal die Hafermilch. Und der ätzenden Sojamilch geb ich auch noch eine Chance. Dann der Kaffeekonsum... uff, aber auch das krieg ich hin und Tee mag ich ja eh ganz gerne. Entschlackt ja auch, oder so. Rauchen und Alkohol - darauf ist mir jetzt eh die Lust vergangen. Da bleibe ich jetzt auch erstmal strikt und in ein paar Wochen darf es sicher mal wieder ein Wein sein.

So, vielleicht war da ja für den oder anderen auch was Hilfreiches dabei. Ich berichte gerne weiter was bei der Akupunktur rauskommt.
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Re: Monatelang Beschwerden, gestern Diagnose SE

Beitragvon Unknow3n » 26.07.2012, 12:50

würde mich interessieren wie deine erfolge dabei ausschauen und wäre dir dankbar für regelmäßige updates :-)
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Re: Monatelang Beschwerden, gestern Diagnose SE

Beitragvon nordlicht1980 » 28.07.2012, 20:58

Update Nr. 02
Ist es echt so, das Schwitzen alles schlimmer macht? Das ist ja die Hölle - wo ich so ein Schwitz-Kandidat bin. Ich war gestern mit Freunden verabredet, schnell noch geduscht vorher, und ab da konnte ich zusehen, wie die Flecken an meinem ganzen Körper wuchsen. Wo aber vorher noch nichts war! Ich hatte das ja nur im Gesicht und die einer große Stelle am Hals. Gestern Abend dann: Hals und Ausschnitt, Nacken, Ohr, Haaransatz Stirn, Brust, links und rechts am Rumpf, Rücken, Ellenbeuge, Handgelenke. Bin dann panisch mit meinen Freunden ins KH, weil das eine Stunde lang immer schlimmer wurde - als ich dran kam war natürlich alles weg (klimatisierter Raum) und die Ärztin hat mich total sauer angepampt.

Heute morgen war es nach dem Duschen dann wieder so und ich hab mal getestet: Ja, einkaufen, Hausarbeit > mir ist warm, ich schwitze > da kommen sofort mehr oder weniger stark die Flecken.

Was mach ich denn da? Ich kann doch nicht auf Gutdünken meinen Körper mit diesem Antipilzzeug einschmieren. Und bei dem Wetter schwitz ich halt. Ich schwitz ja eh viel.

Und wird das an diesen neuen Stellen dann dauerhaft Flecken geben? Kann ich Fitness-Studioo jetzt komplett knicken? Wie ist das denn bei euch?
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Re: Monatelang Beschwerden, gestern Diagnose SE

Beitragvon nordlicht1980 » 05.08.2012, 18:14

Update Nr. 03
Zum Glück wird es Tag für Tag besser, benutze immer noch zwei Mal täglich die Creme gegen den Pilz. Erst wurde es an dem einen Ohr und auf der Stirn mehr, aber auch das geht zurück. Freitag kamen auf einmal neue Rötungen um die Nasenflügel dazu, waren zum Glück gestern (Samstag) wieder weg. Bin Freitag in der Bahn das erste Mal angesprochen worden deswegen, war mir erst peinlich, aber eigentlich wollte mir die Dame nur Mut zusprechen, das war dann doch ganz cool... ich versuch nach wie vor selbstbewusst in der Öffentlichkeit zu sein.

Gestern sah ich sowieso "toll" aus, es war fast nichts zu sehen, an diesen dauerhaft roten riesigen Fleck am Hals habe ich mich fast schon gewöhnt. Wenn ich einen leichten Schal trage, dann sieht man die scharfe Begrenzung nicht so und dann fällt er gar nicht richtig auf.

Tipp des Hautarztes war ja "weniger ist mehr", nur mit Wasser waschen und seine Salbe benutzen, daran wollte ich mich auch halten. Aber die feuchtigkeitsspendende Wirkung ist dabei nur gering und dadurch schuppt es auch immer wieder so - ich war dann gestern in der Apotheke und habe mir Proben von "a-derma" mitgeben lassen. Das scheint meiner Haut gut zu bekommen - die Spannung lässt deutlich nach, wenn ich nur wenig von der Creme benutze. Ich warte noch mal bis Montag auf Reaktionen ab und dann besorg ich mir eine richtige Packung davon. Außerdem habe ich mir zur Unterstützung der Haut Zink-Brausetabletten geholt.

Heute hatte ich nach dem Duschen wieder rote Stellen, überall. Das waren keine Stellen mehr, eigentlich war alles außer Armen und Beine rot, schrecklich. Ich glaub, die Wassertemperatur war zu hoch. Hat das noch Jemand von euch? Der TCM-Doc meinte letzte Woche, dass das auf keinen Fall der Pilz sein kann, wenn die Flecken so schnell kommen und verschwinden.

Letzte Woche war ich bei der Akupunktur, Donnerstag kommender Woche geht es weiter und ich bekomme noch mal eine Liste mit empfohlenen Nahrungsmitteln. Ich kann die Liste hier gerne veröffentlichen - ich bin der festen Überzeugung, dass sich über die Ernährung eine Menge bewirken lässt....
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Re: Monatelang Beschwerden, gestern Diagnose SE

Beitragvon Luardess » 06.08.2012, 22:42

ich drücke dir die Daumen, daß Du das in den Griff bekommst. :) Hast es schonmal mit Apfelessig versucht?
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Re: Monatelang Beschwerden, gestern Diagnose SE

Beitragvon nordlicht1980 » 08.08.2012, 17:29

Danke! ;)

Apfelessig habe ich mir schon gekauft, aber noch nicht ausprobiert, weil der Doc ja meinte, ich soll erstmal nicht zu viel auf einmal machen. Aber ich bin etwas ratlos - was soll ich denn wann benutzen? Die Creme vom Doc ist erstmal gegen den Pilz und die soll ich benutzen "bis alles weg ist". Momentan hat sich bei mir ein gleichmäßiger rosa Ton (wie leichter Sonnenbrand) auf dem ganzen Gesicht und dem Hals eingestellt.

Ich benutze jetzt zusätzlich diese aderma-Creme, um der Haut in irgendeiner Form Feuchtigkeit zu geben, seitdem reißt die Haut weniger ein und spannt auch endlich nicht mehr so schlimm. Ist jetzt besser zu ertragen. Und natürlich schuppt es jetzt auch tagsüber weniger. Wenn ich aus der Dusche komme, gehts natürlich erstmal voll ab bis ich mich abgerubbelt und eingecremt habe.

Ist dieses Schuppen nach dem Duschen noch der Pilz? Oder was ist das? Ich hab erst in zwei Wochen einen Nachsorgetermin beim Hautarzt, der hat Urlaub, und kann ihn dann erst fragen...

Und wozu ist der Apfelessig denn gut - dämmt der einen Schub ein oder beugt der vor? Soll ich das jetzt immer benutzen oder nur wenn ich merke, dass wieder was kommt? Ich trau mich grad noch nicht, noch was weiteres auf die Haut zu machen...
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Re: Monatelang Beschwerden, gestern Diagnose SE

Beitragvon Sawe1980 » 08.08.2012, 21:35

Liebes Nordlicht :)

hab soeben deine Leidensgeschichte gelesen, und hui ui ui, ganz schön was los in deinem Leben. Ist bei mir nicht unähnlich.

Zwar bin ich allene, und das seit 6 Jahren , was auch sehr an mir nagt, dann kamen familiäre Probleme hinzu, kümmere mich um meine extrem zickige, demente Oma, im Job ist auch High life angesagt....... aber wer mir sagt, dass SE stressbedingt ist, dem mag ich einfach nich glauben. Zeigt mir jemand , der keinen Stress hat. Aber gut die Anatomie und Physiologie eines jeden Körpers ist anders.

Äußere Umwelteinflüsse, hab ich mir sagen lassen, sollen wohl auch eine Rolle bei SE spielen.Insgesamt habe ich sowieso den Eindruck , dass allgemein die ganzen Hautärzte vor lauter Arbeit gar nich mehr hinterherkommen, oder täusch ich mich da ?

Hast du es denn mal mit den sog. "Entspannungsmethoden" wie Yoga, autog. Training etc. versucht ??
Sollen angeblich auch die Haut "entspannen"..... Hmmmm.
Sawe1980
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Re: Monatelang Beschwerden, gestern Diagnose SE

Beitragvon nordlicht1980 » 09.08.2012, 10:52

Sawe1980 hat geschrieben:...aber wer mir sagt, dass SE stressbedingt ist, dem mag ich einfach nich glauben. Zeigt mir jemand , der keinen Stress hat. Aber gut die Anatomie und Physiologie eines jeden Körpers ist anders.

Äußere Umwelteinflüsse, hab ich mir sagen lassen, sollen wohl auch eine Rolle bei SE spielen.Insgesamt habe ich sowieso den Eindruck , dass allgemein die ganzen Hautärzte vor lauter Arbeit gar nich mehr hinterherkommen, oder täusch ich mich da ?

Hast du es denn mal mit den sog. "Entspannungsmethoden" wie Yoga, autog. Training etc. versucht ??
Sollen angeblich auch die Haut "entspannen"..... Hmmmm.


Stress alleine wird nicht der Auslöser sein, Ernährung auch nicht oder die genetische Veranlagung dazu. Viel mehr denke ich, dass es die Summe aller Teile ist, die SE bewirken. Ich stell mir das vor wie ein Fass: Jahrelang habe ich es gefüllt mit verschiedenen Faktoren, es hat sich nie was gezeigt, weil im Fass ja auch noch Luft war. Aber dann kam der eine Tropfen (was auch immer das war ist irrelevant) und das Fass lief über. Jetzt muss ich zusehen, dass das Fass nicht wieder so voll wird. Oder wie der TCM-Doc meinte: Wenn man immer wieder Öl ins Feuer gießt, dann dauert es eben länger, bis es gelöscht ist.

Stress hat jeder, klar, aber anscheinend sind wir hier größtenteils Kandidaten, die damit nicht umgehen können oder ein anderes Stress-Maximum haben. Was vollkommen in Ordnung ist! Bloß weil "alle anderen so viel mehr abkönnen" heißt das nicht, dass man selber das auch gleich abkann. Das ist diese Leistungsdruckmentalität, die uns krank macht. Aber was heißt das für uns? Für mich jedenfalls heißt das: Lernen mit dem Stress umzugehen. Man kann Stress nicht vermeiden - aber man kann ihn verarbeiten. Das heißt im Beruf: Freiräume schaffen, mal einen Tag "zum Abarbeiten" blocken, Regeln aufstellen. Da gibt es viel was man machen kann, was ich immer wieder versuche und wo ich auch schon mal weiter war. Da muss ich weitermachen.

Nein sagen, delegieren, sich nicht immer für alles verantwortlich fühlen - das kann man beruflich und privat (!!) lernen und das sollte man sich wert sein.

Autogenes Training etc. habe ich noch nicht probiert, aber alles schon mal geschenkt bekommen... Yogamatte, CD, Buch... da mache ich mich peu à peu ran. Sport hilft auch, finde ich. Ich denk ab Samstag trau ich mich da auch wieder hin, da bin ich ja eh immer rot im Gesicht ;)

Momentan achte ich einfach sehr auf mich und versuche mit einfachen Mitteln Ruhe in mein Leben zu bekommen:
- geordnete Tagesstruktur: Gleiche Uhrzeit zum Aufstehen, entspanntes und ausgiebiges Frühstück
- nicht zu viele private Termine: Ich mach immer einen "Ruhetag" zwischen Verabredungen oder Pflichtterminen wie Einkaufen etc.
- Wochenenden verplane ich auch nicht mehr von 8-24 Uhr, nur spontan und nach Gefühl; ich versuch auch am WE nicht zu lang zu schlafen
- Schlafen ist wichtig!
- Mit Bedacht und Ruhe Lebensmittel einkaufen, öfter mal kleine Besorgungen machen, um alles frisch da zu haben
- Das Kochen und Essen genießen und zelebrieren

Und das geht als Single übrigens hervorragend, weil einem Niemand in die Tages- und Ernährungsplanung reingrätscht. ;)
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Re: Monatelang Beschwerden, gestern Diagnose SE

Beitragvon nordlicht1980 » 12.08.2012, 12:41

Nach einer Woche voller extremer Auf und Abs: Dienstagabend knallrot, gebrannt wie Feuer; Donnerstagabend auch wieder - in der Folge eine sehr schlechte Nacht gehabt und Freitag dann gleich die Quittung bekommen: Neuer Ausbruch an den Augen, extrem geschuppt... oh man.

Ich glaub die Woche war zu anstrengend, ich war letzte Woche Freitag einen Tag in München auf Terminen, dann diesen Montag und Dienstag von Stuttgart nach Köln nach Hamburg nach Stuttgart. Unterwegs natürlich nicht so toll ernährt, dann noch diese neue aderma-Creme benutzt - das war wohl nicht so gut.

Aber die aderma will ich nicht verteufeln, die spendet schon einigermaßen Feuchtigkeit, an späteren Tagen hat sie dann auch nicht mehr so gebrannt.

Seit Freitagabend wird es aber permanent besser, nur noch wenig geröteter Hals, fast keine Schuppen, wenig Spannungsgefühl. Ich war sogar gestern mit einer Freundin draußen im Café und hatte einen normalen Tag!

Woher das kommt, weiß ich nicht, ich hab mit der Ernährungsumstellung aber ja schon vor zwei bis drei Wochen Stück für Stück angefangen. Und die ganze Zeit dieses Antipilzmittel draufgeschmiert. Das ist jetzt alle, also rief ich Freitag in der Apotheke an, ob ich denn wenigstens die nicht verschreibungspflichtige Grundsubstanz als Creme kriegen könnte (diese Basis Dac Creme), das geht natürlich. Riesiger Topf nur 6 €. Die Apothekerin meinte auch, dass sie einen Kunden mit der gleichen Krankheit hat, der das auch als normale Tagespflege benutzt.

Und ich bin voll zufrieden damit als Grundpflege, daher mein Tip an euch, das mal auszuprobieren. Die Spannung lässt nach, die Schuppen werden irgendwie weniger, weil die Haut sich aufbauen kann (oder was weiß ich), es brennt nicht, es riecht nicht und es ist total billig - herrlich. Man glänzt dann zwar etwas länger danach und ich muss erstmal einen Haarreifen tragen, damit die Haare nicht fettig werden von dem Zeug, aber egal - der Glanz geht weg und alles ist besser als diese ständig aufreißende Haut!

Produkt:
Basiscreme DAC 2003, Cremor basalis, von Caelo (caesar & Loretz, http://www.caelo.de)
250 Gramm rund 6€; apotheken- aber nicht verschreibungspflichtig
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Re: Monatelang Beschwerden, gestern Diagnose SE

Beitragvon nordlicht1980 » 24.08.2014, 20:03

Hallo zusammen,

nachdem ich von jemandem hier im Forum angeschrieben wurde, habe ich mir gedacht, dass es vielleicht für alle interessant sein könnte, wie es mir in den letzten zwei Jahren ergangen ist. Puh, zwei Jahre ist das alles schon her. Bei manchen von euch geht es natürlich schon viel länger, klar, aber mir selber war die Dauer gar nicht mehr so bewusst.

Erstmal vorweg: Mir geht es viel, viel besser und ich darf mich echt gar nicht mehr beschweren. Tu ich auch nicht. SE und ich, wir haben unseren Weg gemeinsam gefunden. Ich denke aber auch, dass ich nicht die typisch chronische SE habe, sondern mehr situativ: Ich reagiere auf Stress und auf manche Nahrungsmittel. Bei Stress kriege ich direkt die roten Flecken um den Mund und die Nase, Kinn, außen an den Augen bzw. die Lider werden schuppig und rot. Bei scharfen Speisen wird der Rand um die Lippen dick und rot, bei anderen Speisen wird einfach das gesamte Gesicht knallrot (gerne bei bestimmtem Rotwein, ich hab noch nicht herausgefunden was da die entscheidenden Zutaten sind, vielleicht ist es Tannin - es sind auf jeden Fall die schweren Rotweine). Manchmal auch erst am nächsten Tag bzw. über Nacht, das passiert dann bei bestimmtem Lachs und zu viel Eiern.

Und ansonsten habe ich es echt in den Griff bekommen. Es ging da aber viel mehr um meine gesamte Psyche und mein Leben im allgemeinen. Ich hab die letzten zweieinhalb Jahre damit verbracht, alles auf den Kopf zu stellen, zu prüfen und aufzuräumen. Da war echt alles dabei, TCM, Psychocoach, viel mit Freunden reden, nachdenken, aufarbeiten. Meine Ernährung habe ich umgestellt, es gibt jetzt nur noch gesunden Sachen: wenig Zucker, wenig Kohlenhydrate, wenig Weißmehl, wenig Brot, keine Zigaretten mehr, weniger Eier/Lachs/Thunfisch, Alkohol in Maßen. Milchprodukte sind wohl okay. Und: Ich habe die Trennung, die für alles der Auslöser war, hinter mir gelassen. Ich habe meine beste Freundin, die dann keine mehr war, hinter mir gelassen. Ich habe vor kurzem gekündigt und einen neuen Job angefangen, der mir richtig gut tut. Weg mit dem alten Kackjob. Ich bin in eine andere Stadt gezogen und ich mach parallel einen Master. Das ist wahnsinniger Stress, aber der tut mir nichts in punkto SE, weil das mein Stress ist, mein positiver Stress.

Das alles habe ich mir hart erkämpft. Aber ich habe großartige Unterstützung durch meinen Freund, den ich vor anderthalb Jahren kennengelernt habe und der übrigens selber SE hat. Allerdings auf der Kopfhaut und schon seit er ein kleiner Junge war. Er schuppt also alle paar Wochen vor sich hin und ich hab dann auch immer mal was, und wir beide können nur drüber grinsen und verstehen den anderen.

Was die Pflege angeht, benutze ich nur noch die sensitiven Produkte von Balea/dm: Shampoo, Bodylotion, Gesichtscreme. Jetzt geht sogar wieder Makeup. Und für die kleinen Anfälle nehme ich Protopic in zwei verschiedenen Konzentrationen für Augen und Mund; für das restliche Gesicht Elocon.

Ich hoffe echt, dass das so bleibt und arbeite weiter an mir und meinem eigenen, richtigen Weg zum Glück.
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Re: Monatelang Beschwerden, gestern Diagnose SE

Beitragvon Sabbel » 10.10.2014, 11:48

Hallo Nordlicht,

Deine Geschichte erinnert mich sehr an meine. Ich würde gerne mit dir in Kontakt treten. Ich hoffe, Du schaust noch mal rein. Bei mir hat auch alles angefangen mit Stress in der Arbeit (Werbeagentur) und jetzt gipfelt das in meiner Kündigung, so ausgesehen wie jetzt habe ich noch nie.
Mir geht es so schlecht, ich kann das kaum in Worte fassen, wie sehr.

Ich habe den ganzen Tread gelesen, ich las auch, dass Du in Stuttgart gewohnt hast oder noch wohnst...(?). Kennst Du gute Ärzte in Stuggi? Ich habe nur schlechte Erfahrungen gemacht...

Ich freu mich voll für Dich, dass es Dir besser geht!!
Das gibt mir Hoffung....

Wäre schön, wenn Du Dich meldest.
Grüße Sabbel
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