heftige Therapie

Deine persönliche SE Geschichte

heftige Therapie

Beitragvon engel » 06.05.2009, 17:34

Hallo,

ich habe seit ungefähr 1 Jahr SE in einer schweren Form auf dem Kopf und seit 11 Wochen ist fast das Gesicht betroffen. Bisher konnte kaum etwas helfen. Das Gesicht ist entzündet und geschwollen. Zwei Hautärzte haben mir SE bestätigt. Einer davon hat mir eine brutale Kur empfohlen. Mehrere Wochen auf jegliche Pflege zu verzichten, nur so könnte man dem Ekzem Herr werden. Ich bin heute am 5 Tag ohne einen Tropfen Pflege, die Entzündung ist tatsächlich zurück gegangen, was bleibt sind die schuppigen Stellen, die immer mehr werden. Natürlich spannt meine Haut unerträglich, das ich nachts davon auffwache. Da ich noch ganz am Anfang mit der Dianose im Gesicht bin, kann ich damit überhaupt noch nicht umgehen.
Kortison und Terzolin hilft nur sehr kurzfristig. Hat jemand schon mal von dieser Art an Therapie gehört, oder es schon einmal ausprobiert? Ich weiß nicht ob das wirklich so gut ist für die sowieso schon irritierte Haut.
Vielleicht weiß jemand Rat.
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Re: heftige Therapie

Beitragvon Jonas » 06.05.2009, 23:04

Hallo engel,

ein sehr gewagter Versuch. Ich habe es auch schon ein paar mal versucht ohne Cremes und anderen Mittelchen auskommen, immer dann wenn es meiner Haut besonders gut ging. Nach ein paar Tagen hat sich dann mein Hautzustand rapide verschlechtert, so das ich schnell wieder zur gewohnten Vorgehensweise zurückgefunden habe. Einen Tipp kann ich dir leider nicht geben, da ich es nie länger als 3 Tage ohne Mittelchen ausgehalten habe.
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Re: heftige Therapie

Beitragvon jan_23 » 07.05.2009, 19:35

@ Jonas: Zunächst mal auf diesem Wege herzlichen Dank für Deine Betreuung des Forums! Wir mit SE sind ja in Sachen Foren nicht gerade gut im Netz repräsentiert, wenn ich mit Neurodermitis oder Psoriasis vergleiche....
Zur Sache: Genau wie Du halte ich es maximal 3, eher 2 Tage ganz ohne "Pflege" der Haut aus...Wenn dann nicht interveniert wird, meine Standarttherapie ist seit längerem, in regelmäßigen Abständen den Schaum v. Head and Shoulders beim Duschen im Gesicht zu verteilen, kurz einwirken zu lassen und dann abzuspülen...Ist die Methode, die bei mir 1,5 Jahre VERHÄLTNISMÄßIG gut funktionierte. Meine SE spricht/sprach recht gut auf Zinkpyrithon an...Momentan ist es allerdings wieder sehr schlecht... Den Radikalversuch "Einfach wieder leben wie früher", dh. den betroffenen Stellen maximal Wasser angedeihen zu lassen, führte geradewegs in einen neuen Schub... Aber er liegt irgendwie nahe...
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Re: heftige Therapie

Beitragvon aschon » 07.05.2009, 21:19

Hallo Engel,

ich würde Dir den Gang zum Heilpraktiker empfehlen.
Dieser hat mir auch geholfen. Hier gibt es zwar das Thema "Erstverschlimmerung" zu beachten, aber so wie Du Deinen derzeitigen "Zustand" schilderst, denke ich, dass dieses auch nicht mehr schlimmer ausfallen kann.

Such' im Forum einfach mal nach Heilpraktiker, da gibt es schon einiges dazu.

Halt die Ohren steif!

Gruß,
Alex
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Re: heftige Therapie

Beitragvon engel » 25.05.2009, 22:37

Hallo zusammen,

Erfolg nach 24 Tage komplettem Pflegeverzicht. Hiermit möchte ich Bericht erstatten.

Ich habe wohl noch ein weiteres Ekzem, perioale Dermatitis, im Rest des Gesichtes, welches nicht von SE betroffen ist. Deshalb auch das komplett entzündete Gesicht.

Zu meiner Person, ich bin weiblich und hatte bis vor kurzem eine topp gepflegte Haut.

Nach einem quälenden Beginn ohne Pflege mit fast unerträglichem Spannungsgefühl und einen dichten Schuppenpanzer auf der Stirn ist meine Haut jetzt fast beschwerdefrei.
Schon nach 3 Tagen waren die Entzündungen verschwunden. Jetzt habe ich nur noch ein paar Schüppchen auf der Stirn, die nur noch im Vergrößerungsspiegel zu sehen sind. Nur der Haaransatz und ein kleiner Rand auf der Kopfhaut ist noch nicht ganz abgeheilt.
Die Kopfhaut behandle ich im Wechel mit h&s, mildem Shampoo und 2 x die Woche Terzolin.

Der Anfang war natürlich nicht so toll, hatte einen Schuppenpanzer auf der Stirn, dass ich diese nicht runzeln konnte. Extremes Spannungsgefühl, da die Haut ja Ihre Pflege will, was aber wirklich von Tag zu Tag besser wird. Im Moment habe ich KEIN Spannungsgefühl, da die Haut gezwungen ist, wieder selbst zu arbeiten und dies tatsächlich auch tut. Es ist aber keine Spur von fetter Haut zu sehen.

Lt. meinem Hautarzt verkleben durch die Creme die Hautschichten miteinander und die gestörten Hautzellen können sich nicht komplett abstoßen. Somit erhält man die Bakterien und Pilze in der Haut. Auch meine Heilpraktikerin hält einen kompletten Verzicht auf jegliche Pflege für sinnvoll. Sie hat mir ein pflanzliches Antibiotikum (Weihraum) empfohlen. Das sollte man über mehrere Wochen einnehmen. Das nehme ich seit seit Beginn der Null-Therapie. Es kann wohl bis zu 9 Wochen dauern bis sich die Haut komplett erneuert hat.

Ich reinige mein Gesicht morgens und abends nur noch mit Gesichtstücher (Microfaser für sensible Haut aus der Apotheke) und lauwarmen Wasser. Täglich ein neues Tüchlein.
Mindestens morgens und abends einige Minuten lang Kompressen mit Schwarzen Tee,
( 500 ml Wasser und 3 Tee-Beutel bis zum erkalten ziehen lassen), dann am besten Leinentücher (Herrentaschentücher) kurz im Tee ziehen lassen und auf die betroffenen Stellen legen. VORSICHT, der dunkle Tee macht Flecken auf hellen Sachen. Täglich frischen Tee zubereiten und die Tücher täglich 10 Min. im Kochtopf auskochen lassen.
Die Gerbsäure nimmt die Entzündung und unterstützt den Heilungsprozess der Haut.
Ab und zu gehe ich mit dem Schaum vom Shampoo h&s über die Stirn, den Tipp habe ich hier gelesen.
Mittlerweile mache ich keine Teekompressen mehr, da ich weder Entzündungs- noch Spannungsgefühl in der Haut habe.
Ich habe von meiner Heilpraktikerin noch eine Tinktur empfohlen bekommen. Viola tricolor (Stiefmütterchen)von Ceres,Vertrieb ALCEA. 1-3 x 2-5 Tr. Innerl. + 10Tr.in etwas Wasser aufgelöst, äußerlich. Wirkt gegen Entzünden, ist aber bei mir nicht mehr nötig.

Ich bin sehr glücklich über diesen Erfolg, und wenn man die ersten 14 Tage überstanden hat kann man auf die Pflege gut verzichten. Man sieht der Haut bisher auch nichts an. Ich kann das kaum selbst glauben. Ich werde aber in ein paar Wochen noch mal Bericht erstatten. Vielleicht ist das ja doch für den ein oder anderen einen Versuch wert.
Weiterhin alles Gute.
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Re: heftige Therapie

Beitragvon LeafJumper » 27.05.2009, 08:28

Hallo ihr,

also ich könnte das nicht... Wenn ich nur Wasser an meine Haut lasse, trocknet sie bei mir vollkommen aus. Die Schuppungen werden immer mehr und ich bin nach 2-3 Tagen rot wie ein Feuermelder... :oops:

Creme inzwischen aber auch so selten wie möglich, denn dass die Haut, wie Engel schon sagte, "selbst arbeiten" soll und man mit zu viel Cremen (und auch Waschen) ihren natürlichen Heilprozess und den Aufbau der Barrierefunktion stört...

Aber viel Glück dir damit weiterhin, Engel. Jeder, der etwas gefunden hat, das ihm hilft, ist froh darüber... ;)

Grüße,
Christoph
Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, der hat schon verloren!!!
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Re: heftige Therapie

Beitragvon jan_23 » 27.05.2009, 23:23

@ Engel:

Fast unglaublich, aber nicht unglaubwürdig deine Erfahrung... Freue mich für Dich 8-)

Grüße,

Jan
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Re: heftige Therapie

Beitragvon seven » 21.06.2009, 11:16

Ich hatte vor 3-4 Tagen einen heftigen Schub nach dem ich mich überanstrengt hatte. Sah echt furchbar aus. Jetzt habe ich dieses Thema hier gefunden und denke ich werde auch mal versuchen nicht mehr so viel zu cremen (bereits 2 Tage ohne Efadermin genutzt zu haben) und siehe da es wird besser. Die Haut ist viel glatter geworden. (Aber noch rot) Ich war natürlich gleich beim Hautarzt, man hat Ihr aber angemrkt das sie keine Ahnung hat, wollte mir so Zeug mit Zink verschreiben, hab ich aber abgelehnt, weil das eh nichts gebracht hätte. Ja, jetzt schau ich mal wie sich meine Haut entwickelt. Dienstag gehe ich mal zu einem kompenteren Arzt und erzähl dem alles. Mal sehen was er von dem kompletten Verzicht hällt.
Pflegeprodukte
Kopf: Head & Shoulders
Gesicht: Elidel
Innerlich: Kanne Brottrunk

Stand, 22.04.2012
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Re: heftige Therapie

Beitragvon BudSpencer » 06.07.2009, 14:43

Der 3-wöchige Verzicht jeglicher Kosmetika ist bei Perioaler Dermatitis die gängige Heilpraxis, jedoch nicht bei einem SE. Überrascht mich ein bisschen ... freu mich aber für dich!
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Re: heftige Therapie

Beitragvon engel » 20.07.2009, 19:22

Hallo zusammen.

Hier noch mal ein Bericht. Nach 11 Wochen ohne Pflege bin ich im Gesicht immer noch ganz beschwerdefrei. Was bleibt ist ein ganz kleiner Rand am Haaransatz, mal mehr mal weniger mit Schuppen behaftet. Die Kopfhaut ist auch um einiges besser geworden. Benutzte jetzt die Haarpflegeprodukte von Rene Furterer gegen Schuppen und für empfindliche Kopfhaut.
Sobald ich ein ganz kleines bisschen Creme nehme, versuche ich schon mal punktuell auf der Stirn, bekomme ich an der Stirn rote Flecken und Schuppen. Das heilt dann nach 1 bis 2 Tagen nach absetzten der Pflege wieder ab.
Ich hatte ja zuzüglich zu SE auch eine perioale Dermatis. Lt.meinen Hautarzt hilft der Pflegeverzicht in beiden Fällen. Bei mir hat das bisher sehr gut geklappt. Habe im moment überhaupt keine Hautprobleme, weder spannt meine Gesichthaus, noch ist sie trocken. Ich lasse es im moment einfach so wie es ist. Nur lauwarmes Wasser. Mache seit 2 Monaten noch eine Microimmuntherapie mit meiner Heilpraktikerin.

Wünsche allen Erfolg bei Ihren Versuchen, SE in den Griff zu bekommen.
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Re: heftige Therapie

Beitragvon Alex D » 21.07.2009, 16:01

Danke für deine Rückmeldung Engel. Es ist schon interessant wie viele verschiedene Heilungsansätze es gibt. Ich frag mich manchmal, ob wir nicht alle zwar die gleichen/ähnlichen Symptome haben die unter SebEx von der Medizin zusammengefasst werden aber ganz unterschiedliche Auslöser.

Das würde auch mal erklären warum manche auf eine Creme schwören während bei anderen diese gar nicht hilft. Ein anderes Beispiel: Viele sagen unter Stress wird es bei ihnen schlimmer, ich hab sowas bei mir noch nicht feststellen können.
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